Leichtathletik: Für Austragung von größeren, überregionalen Wettkämpfen obligatorisch

Einlaufbahn im Brennpunkt

Was für ein Bekenntnis: Göttingens Weitsprung-Meisterin Anna Schmotz und ihr Freund Philipp Rietz (Vierter im Hochsprung). Foto: Anschütz/gsd

Göttingen. Seit der umfassenden Modernisierung des Göttinger Jahnstadions im Jahre 2008 war die Sportanlage fast alljährlich Austragungsort überregionaler Leichtathletikveranstaltungen. War vor allem die in die Jahre gekommene Kunststoffbahn über Jahre hinweg nicht mehr wettkampftauglich, bot sich den Leichtathleten nach den Modernisierungsmaßnahmen – zunächst noch mit kleinen Schönheitsfehlern – eine Anlage, die in Niedersachsen nicht nur nach Ansicht lokaler Experten keinen Vergleich scheuen muss.

Nach Ansicht Rita Girschikofsky soll es mit überregionalen Veranstaltungen aber noch nicht genug sein. Die NLV-Präsidentin möchte noch eins draufsetzen. In ihrer mittelfristigen Planung nimmt die Möglichkeit der Austragung von deutschen Jugendmeisterschaften (U 20 und U 18) im Jahnstadion langsam Gestalt an. Einer der Haken: Eine mindestens 110 Meter lange und aus vier Einzelbahnen bestehende Kunststoffbahn zum Aufwärmen ist für diese Meisterschaften, die drei Tage dauern und von mehr als 2500 Teilnehmern besucht werden, obligatorisch. Ohne diese Einlaufbahn – so die Auskunft des DLV – sei eine Bewerbung des NLV mit Göttingen als Austragungsort obsolet.

Die Einlaufbahn aber geht ins Geld. Die GoeSF als Betreiber der Göttinger Sportanlagen hält sich deswegen bislang bedeckt. Neben der Kostenfrage existiert auch das Platzproblem. Wo soll die Bahn hin? Mindestens 110 Meter Länge und sechs Meter Breite sind kein Pappenstiel und auf dem zweifellos großzügig bemessenem Gelände um das Jahnstadion nicht aus den Rippen zu schneiden.

Zudem existieren weitere Baustellen, die den Geldbeutel erheblich belasten dürften. Eine EDV-gestützte Präsentation mit einer großen Anzeigetafel und entsprechenden Einrichtungen an den einzelnen Wettkampfanlagen fehlt. Sie ist aber anders als eine elektronische Weitenmessung nicht obligatorisch, wenn auch Standard bei den großen Wettkampfstätten.

Die Präsidentin zeigte sich am Wochenende dennoch optimistisch. In Niedersachsen gibt es kein weiteres Stadion, welches für die Ausrichtung von Deutschen Jugendmeisterschaften geeignet ist, sieht man einmal vom Braunschweiger Eintracht-Stadion ab, welches aber vor allem wegen seiner sterilen Architektur bei Leichtathleten nicht sonderlich beliebt ist.

Bewerbung bleibt offen

So bleibt zunächst offen, ob sich der NLV 2017 um die – gemessen an der Aktivenzahl – größten nationalen Stadionmeisterschaften mit Austragungsort Göttingen bewerben kann. Vor Ort favorisiert man derzeit eher ein Springermeeting mit nationalen Topathleten: Eine ca. drei- bis vierstündige Veranstaltung ohne finanzielle Risiken mit sehr überschaubarem Einsatz an Organisation und Personal.

Denn auch Letzteres könnte das Entscheidende für eine hochrangige nationale Meisterschaft werden: Die von allen Seiten mit viel Lob bedachte Organisation des NLV-Kreises Göttingen bei den bisherigen Austragungen stößt sehr schnell an seine Grenzen, sollte ein noch höherer Einsatz von Personal gefordert sein, was unweigerlich die Folge bei einer Vergabe von Deutschen Jugendmeisterschaften nach Göttingen wäre. Im Moment lautet der Tenor, dass man einen noch höheren Aufwand nicht bewerkstelligen könne. (dn/nh)

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