Serie im Regionalsport: Heimische Dauerbrenner (9)

Marathonläufer Werner Mutz: Er läuft "aus Spaß an der Freude"

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Marathon-Enthusiast: Werner Mutz.

Er läuft „aus Spaß an der Freude“. Ein Leitsatz, der nicht nur für den Läufer Werner Mutz, sondern auch für den Trainer Werner Mutz gilt. „Das Erlebnis ist wichtiger als das Ergebnis“, sagt der 68-jährige gebürtige Fritzlarer, „es kommt darauf an, mit zu machen und an zu kommen.“

Natürlich ist diese Herausforderung angesichts der Distanz von über 42 Kilometer beim Marathon besonders groß, aber auch das „Erlebnis“. Denn: „Das ist einfach ein entspannteres Laufen als beispielsweise über 5000 Meter, wo es schon früh zur Sache geht.“ Die ersten 25 Kilometergehören zur „Findungsphase“, danach ist klar, „ob man gut drauf ist oder sich ins Ziel quält.“

Werner Mutz hat‘s fast immer genossen und sich früh Richtung langer und ganz langer Distanzen orientiert, nachdem er sich ab 1978 aufs Laufen konzentrierte. Vorher war Schwimmen angesagt, Fußball weniger, „denn das konnte ich nicht so gut.“ Im Oktober 1980 nahm der Polizeibeamte an seinem ersten Frankfurt-Marathon teil. Es folgten 14 weitere in der Main-Metropole, was ihm eine „ewige Startnummer“ bei dieser Veranstaltung einbrachte. Zum Laufen gesellte sich das Reisen, denn auch in Monaco, Warschau und Paris war der Nordhesse am Start. Natürlich, Erfolge blieben nicht aus, selbst wenn sie für ihn nicht die entscheidende Rolle spielten. Einmal war er Hessenmeister im Halbmarathon im Einzel (2014 bei der M 65 in 1:37:37 Stunden) und zweimal mit der Mannschaft. Erst vor einem Monat sicherte er sich mit dem M 60/M65 Team des TuSpo Borken (mit Manfred Fust und Helmut Kleinmann) den Titel bei der Hessischen Berglaufmeisterschaft.

Triumphe, die seine Schützlinge beeindrucken dürften. Seit 2007 widmet sich Werner Mutz nämlich auch der Ausbildung von Marathonläufern, erwarb 2009 sogar ein Zertifikat als Lauftrainer bei einem Seminar mit Prof. Dr. Kuno Hottenrot, bekannter Sportmediziner und Trainingswissenschaftler, Winfried Aufenanger, Organisator des Kassel-Marathons sowie Ralf Salzmann, deutscher Meister im Marathon.

„Ich habe schon einige zum Marathon gebracht, die vorher gar nichts damit zu tun hatten“, sagt der Borkener nicht ohne Stolz. So begeisterte er allein in diesem Jahr fast 30 Kinder der Grundschule Kleinenglis am kommenden Kassel-Marathon (im Rahmen des Mini-Marathons über 4200m) teilzunehmen. Und über die Kinder deren Eltern, die er am Marathonstützpunkt Borken unter seinen Fittichen hat.

Doch wie lassen sich ganz normale Menschen dazu bringen, 21 oder sogar 42 Kilometer in einem Stück zu laufen? „In dem man es vormacht“, sagt Werner Mutz, wozu er natürlich angesichts der eigenen Vita prädestiniert ist. Aber auch „indem man auf jeden individuell eingeht, ihm Tipps gibt und motiviert.“ Denn es seien „viele kleine Schritte“, die letztlich zur längsten olympischen Laufdisziplin führen. Und zum erstrebten „Erlebnis Laufen“.

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