LGR-Athletin: „Super glücklich“

Siebenkampf: Vanessa Grimm nach Wadenbeinbruch wieder in der Erfolgsspur

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Starke Vorstellung: Vanessa Grimm belegte bei der U20-WM Qualifikation in Kreuztal Rang zwei auch dank eines guten Weitsprungs mit 5,62 Metern

Kreuztal Mit einem hervorragenden zweiten Platz glänzte Siebenkämpferin Vanessa Grimm (LG Reinhardswald/TSG Hofgeismar) beim U20-WM Qualifikationswettkampf des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) in Kreuztal.

„Super glücklich“ war das kurze Fazit Grimms nach dem Wettkampf und das konnte sie auch sein. Mit 5309 Punkten stellte sie einen neuen Kreisrekord auf und übertraf alle Erwartungen. Sie knackte sogar die Norm des Weltverbandes IAAF (5300 Punkte) für die WM in Bydgoszcz. Einziger Wermutstropfen war, dass der DLV eine noch einmal um 100 Punkte höhere Norm von seinen Athletinnen fordert. Diese erfüllte in Kreuztal nur die Siegerin und Deutsche Hallenrekordlerin, Lisa Maihöfer (LG Staufen).

Eine längere Pause nach einer Stressreaktion im Wadenbein im Winter und das daraus resultierende Aufbautraining mit reduziertem Umfang sowie die durchwachsenen Ergebnissen beim Saisondebüt in Kassel ließen Grimm nur mit geringen Erwartungen in den Wettkampf gehen.

Doch gleich im 100-Meter-Hürdensprint überraschte sie positiv. 15,37 Sekunden waren zwei Zehntelsekunden schneller als in Kassel. Das bedeutete zwar nur Rang vier, war aber ein Zeichen, dass es wieder aufwärts geht. Die mangelnde Wettkampfpraxis im Hochsprung äußerte sich in technischen Unsicherheiten. Dennoch floppte Grimm über 1,66 Meter und rückte vor auf Rang drei.

Reduziertes Lauftraining hatte im Winter Freiräume für Akzente im Krafttraining geschaffen. Das setzte Grimm im Kugelstoßen mit der Tagesbestweite von 12,36 Metern eindrucksvoll um.

Im 200-Meter-Lauf sah Grimm bis 130 Meter super aus, dann machten sich aber die fehlenden Tempoläufe bemerkbar und die Beine wurden schwer. Dennoch erzielte sie auch hier fünf Hundertstelsekunden vor Maihöfer in 25,41 Sekunden die Tagesbestzeit der U20.

Tag eins endete mit 3134 Punkten auf Rang zwei und damit deutlich besser als erwartet.

An Tag zwei setzte der Regen ein. Grimm ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil - sie lieferte den besten zweiten Tag ihrer Karriere. In Kassel hatte Grimm im Weitsprung nur 5,18 Metern geschafft und frustriert mit ihrer Technik gehadert. Bei viel schwierigeren Bedingungen in Kreuztal präsentierte sie sich aber in Topform und setzte ihren besten Versuch bei 5,62 Metern in die Sandgrube.

Im Speerwurf folgte mit 38,33 Metern wieder eine Tagesbestweite. Ihre stärkste Leistung hatte sich Grimm für den abschließenden 800-Meter-Lauf aufgehoben. Bei 2:25 Minuten stand ihre Bestzeit, für eine neue Siebenkampfbestmarke musste sie 2:23 Minuten laufen. Grimm nahm die Herausforderung an und stürmte in 2:21,34 Minuten ins Ziel.

Total erschöpft aber überglücklich jubelte sie über die Steigerung um 26 Punkte. Mit vier Wochen mehr Zeit für die Vorbereitung wäre sicher auch die WM-Norm drin gewesen. So gilt die Konzentration jetzt den Deutsche Mehrkampfmeisterschaften im August in Kienbaum, wo Grimm nach Vorjahresbronze wieder einen Medaillenrang anpeilt. (zah)

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