Leichtathletik: Jetzt bereitet sich Vizemeisterin Neele Eckhardt auf die WM vor

Happy mit Platz und Weite

Zufrieden: Dreispringerin Neele Eckhardt schaffte in Erfurt die deutsche Vizemeisterschaft mit 14,02 m. Foto: Pomari

Erfurt/Göttingen. Da musste die Chemnitzerin Kristin Gierisch bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften in der thüringischen Landeshauptstadt schon persönliche Bestleistung im Dreisprung mit 14,40 m springen, um die Göttingerin Neele Eckhardt in Schach zu halten und sich so den deutschen Meistertitel zu holen.

Denn die 25-jährige Jurastudentin hatte im ersten Sprung mit 13,77 m, der schon allemal für die Vizemeisterschaft gereicht hätte, eine Duftmarke gesetzt, während Gierisch übergetreten hatte. Im zweiten Durchgang steigerte sich Eckhardt auf 14,02 m, Gierisch konterte mit 14,40 m, was zudem Titel und europäische Jahresbestleistung bedeutete.

Drittbeste Weite gesprungen

Eckhardt hatte bei den niedersächsischen Leichtathletikmeisterschaften 14,35 m geschafft, war damit eine persönliche Bestleistung gesprungen und hatte sich mit dieser Weite für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August in London qualifiziert. In Erfurt nun konnte sie an diese Weite nicht herankommen, konnte indes aber mit der Vizemeisterschaft sehr zufrieden sein. Sie war im Übrigen die einzige Athletin, die fünf von sechs gültigen Sprüngen in die Sandgrube setzte, davon zweimal exakt 13,85 m sprang und noch ein Mal diese Weite bei 13,86 m um einen Zentimeter überbot. „Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden und auch mit meiner Weite“, meinte Eckhardt einen Tag nach dem Wettkampf. Sie hatte die 14 Meter angepeilt und mit ihrem Vizemeister-Sprung ihre drittbeste Weite in ihrer bisher sportlichen Karriere geschafft. „Dass es dann nicht zu mehr gereicht hat, lag wohl daran, dass ich die nächsten Sprünge technisch nicht mehr sauber hinbekommen habe“, so Eckhardt selbstkritisch.

Bei idealen äußeren Bedingungen im Steigerwaldstadion, wo auch Fußball-Drittligist Rotweiß Erfurt seine Spiele austrägt, schaffte mit Lisanne Rieker die zweite Göttingerin im ersten Versuch des Dreisprungs 12,34 m, steigerte sich aber im dritten Durchgang auf 12,95 m und belegte nach vier ungültigen Versuchen damit am Ende einen guten sechsten Platz. Die dritte Göttinger Leichtathletin Julia Börner kam im dritten Vorlauf über die Mittelstrecke von 1500 m auf 4:33.36 min., konnte sich so jedoch nicht für das Finale qualifizieren. Gleichwohl wäre es schon eine Überraschung gewesen, hätte sich Börner bei extrem starker Konkurrenz für den Endlauf qualifizieren können.

Lediglich fünf über 13 Meter

Sehr guter Dinge war Eckhardts Trainer Frank Reinhardt noch vor dem Wettkampf. „Neele ist gut drauf, weiß aber, dass sie alles geben muss, um eine Kristin Gierisch schlagen zu können“, meinte er. Während des Wettkampfs gab Reinhardt immer wieder Tipps, was Eckhardt noch verbessern könne. Es hat nicht ganz gelangt. Für Gerd Brunken, Pressesprecher der LG Göttingen, die alle drei Athletinnen unter ihren Fittichen hat, werden „die Karten in London bei der WM neu gemischt“.

Hinter Gierisch und Eckhardt, die sich jetzt beide auf die WM in London (4. bis 13. August) vorbereiten, klaffte indes ein großes Leistungsloch. Die drittplatzierte Birte Damerius kam auf 13,39 m. Überhaupt schafften von den zehn Teilnehmerinnen lediglich fünf den Sprung über 13 Meter. (gsd)

Von Walter Gleitze

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