16 Jahre alte Hochspringerin aus Kassel

Maike Schuster will hoch hinaus: Sie steht im Leichtathletik-Bundeskader

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Setzt sich hohe Ziele für nächstes Jahr: Hochspringerin Maike Schuster aus Kassel steht im U20-Bundeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Maike Schuster aus Kassel steht im Bundeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Das Hochsprung-Talent möchte zur Junioren-EM und -WM.

Das offizielle Schreiben kam für sie nicht mehr überraschend: „Der Bundestrainer hat mir das im Sommer schon angekündigt“, sagt sie. Im Juli wurde die 16-Jährige für die Junioren-EM im schwedischen Boras nominiert. Das alles hatte mit einer Höhe zu tun: 1,82 Meter. So hoch war sie Ende Mai bei einem Wettkampf gesprungen, damit hatte sie den Nordhessenrekord geknackt. 

Die EM in Boras lief dann nicht so gut. „Ich war total nervös, es war mein erster großer Wettkampf. Dann bin ich kurz zuvor auch noch umgeknickt“, so Schuster. An der erlittenen Verletzung laboriert sie immer noch herum: „Es besteht der Verdacht auf einen Sehnenanriss, ich habe aber keine Schmerzen.“

Die erste Kadermaßnahme liegt schon hinter ihr

Im Oktober war Schuster bereits bei der ersten Kadermaßnahme in Kienbaum (Brandenburg). Dort wurden ihr Anreize zur Trainingsgestaltung an die Hand gegeben, außerdem ein Stresstest absolviert. In Kienbaum lernte sie auch ihre fünf Mitstreiter kennen, sie sind zu sechst im weiblichen U20-Nachwuchskader 1. „Man kennt sich zwar schon von den Wettkämpfen, aber es gab vorher noch keinen engeren Kontakt“, sagt Schuster.

Die 16-Jährige vom LAV Kassel hat klare Ziele für das kommende Jahr. Dann möchte sie gern an der U18-Jugend-Europameisterschaft in Rieti in Italien teilnehmen, außerdem steht die U20-Weltmeisterschaft in Nairobi in Kenia an. „Dafür muss ich gewisse Normen erreichen, um an diesen Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen“, blickt Schuster voraus. Und die erforderten Höhen haben es in sich: „Für die EM muss man 1,76 Meter springen, für die WM sogar 1,83.“ 

Das sind Werte, für die sie an ihrer persönlichen Bestleistung vom Mai anknüpfen muss. „Ich bin in dieser Saison einmal 1,82 gesprungen und einmal 1,80. Das war alles noch sehr inkonstant“, sagt Schuster. Ihr Ziel ist es, im nächsten Sommer konstant an die 1,80 Meter zu kommen.

Viel Arbeit im Winter für das Hochsprung-Talent

Im Winter steht deshalb viel Arbeit auf dem Programm: Dreimal wöchentlich hat sie zwei Stunden Training, dazu kommen Laufeinheiten sowie Stabilisationsübungen und Dehnen. „Ich glaube, der Spruch heißt: Im Winter werden die Rekorde vom Sommer gemacht“, sagt Schuster mit einem Lachen. Der Aufbau stehe aktuell im Fokus – Krafttraining, Frequenzschnelligkeit, Sprungkraft. Daran arbeitet sie mit ihrem langjährigen Trainer Jonas Lilienbeck. 

Die Technik kommt erst vor den Wettkämpfen. Im Moment stehen außerdem weniger Sprünge über die Hochsprungstange auf dem Plan. „Das vermisst man schon. Aber ich bin jetzt seit sieben Jahren dabei, man gewöhnt sich dran“, sagt Schuster. Erst seit diesem Jahr ist ihr Training komplett auf den Hochsprung ausgerichtet, bis zum vergangenen Jahr hat sie noch wie eine Siebenkämpferin trainiert: „Ich mache aus Spaß noch andere Disziplinen, der Fokus liegt aber auf dem Hochsprung.“

Um sich für die U18-EM und die U20-WM zu qualifizieren, muss Maike Schuster wieder über 1,80 Meter springen. Das ist höher, als sie selbst groß ist.

Für die Hallensaison hat sie sich keine großen Ziele gesteckt: „Die läuft bei mir meist bescheiden. In Kassel gibt es kaum überdachte Trainingsmöglichkeiten und Hallen, in denen man mit Spikes trainieren kann.“ Draußen könne sie sich besser vorbereiten. Sie scherzt: „Ich bin sowieso eine Gutwetterspringerin.“

Vom 20. bis 22. Dezember steht die nächste Kadermaßnahme in Leverkusen an. Dort versammeln sich dann alle Hochsprungkader des DLV. Maike Schuster möchte, dass ihre Berufung keine einmalige Sache bleibt: „Der Sport ist mit viel Zeitaufwand verbunden. Hat man aber Erfolg, ist es das wert. Ich möchte im Bundeskader bleiben.“

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