Aus der Höhe zum Marathon

Kasselerin Laura Hottenrott startet am Sonntag bei der EM 

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Vorbereitung in den Bergen: Laura Hottenrott (rechts) beim Training mit Katharina Heinig im italienischen Livigno auf 1800 Metern Höhe. Im Hintergrund auf dem Fahrrad Trainer und Vater Kuno Hottenrott.

Kassel/Berlin. Dieter Baumann hat es vorgemacht. Zu seinem EM-Start über 10 000 Meter kam der Schwabe direkt aus dem Höhentrainingslager nach München. Das war im Jahr 2002. Am Samstag wird Laura Hottenrott in Zürich ins Flugzeug zur Leichtathletik-EM nach Berlin steigen.

Direkt nach dem Höhentrainingslager im italienischen Livigno und St. Moritz wird die 26-Jährige dann am Sonntag um 9 Uhr (ARD/Livestream) an der Startlinie an der Berliner Gedächtniskirche stehen.

„In der Vergangenheit habe ich sehr gute Erfahrungen mit meinen Höhentrainingslagern gemacht“, sagt die für den TV Wattenscheid startende Läuferin. Zwar habe es Anfang Juli während der Generalprobe beim Hamburger Halbmarathon einen Rückschlag gegeben – Hottenrott war beim Gedrängel am Start gestürzt – aber an diesem Sonntag soll alles anders werden.

„In Berlin starten Männer und Frauen getrennt, sodass sich das Gedrängel am Start in Grenzen hält“, sagt Hottenrott, bei der inzwischen die Vorfreude auf den langen Lauf durch die Berliner Innenstadt bei weitem die Nervosität übersteigt.

„Meine ganze Familie und etliche Freunde sind in Berlin und feuern mich auf der Strecke an“, sagt Hottenrott. Die Marathonläuferin sieht es deshalb als Vorteil an, dass in Berlin eine rund zehn Kilometer lange Runde viermal durchlaufen wird. Der Kurs führt von der Gedächtniskirche über den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor zur Siegessäule und zurück zur Gedächtniskirche, wo dann auch der Zieleinlauf ist.

Hottenrott läuft in Berlin erst ihren dritten Marathon nach Frankfurt im Herbst 2017 und Sevilla Ende Februar. Dort blieb die 26-Jährige in 2:32:58 Stunden ein weiteres Mal unter der Teamnorm für den Marathon-Europacup. Mit ihr werden in Berlin noch zwei weitere deutsche Frauen am Start sein: Die Deutsche Meisterin Fabienne Amrhein und Katharina Heinig.

Gut vorbereitet: Laura Hottenrott. Foto: privat/nh

Anders als bei den großen Stadtläufen wird es in Berlin keine Tempomacher geben, sodass die individuelle Taktik den Verlauf des Rennens bestimmen wird. „Das kommt mir entgegen, genau wie das viermalige Durchlaufen der Strecke, da man dann genau weiß, wo sich die Verpflegungsstellen befinden“, sagt Hottenrott, die mit ihrem Wechsel von 5000 und 10 000 Metern auf die Königsdistanz vor gut einem Jahr einen gewagten Schritt gegangen ist.

„Wir haben auf ein abwechslungsreiches Training mit vielen Mountainbike-Einheiten gesetzt“, sagt Hottenrott, die in Köln gerade ihr Masterstudium „Exercise Science and Coaching“ abschließt und von ihrem Vater Kuno Hottenrott trainiert wird. Pro Woche standen zuletzt bis zu 300 Kilometer auf dem Rad und bis zu 140 Kilometer Laufen auf dem Trainingsprogramm.

Am Sonntag will Laura Hottenrott nun bei der Europameisterschaft in Berlin die Früchte der harten Arbeit ernten: „Natürlich sind Zeit und Platzierung wichtig, aber ich bin einfach auch stolz, für das deutsche Team zu laufen.“

Bereits am Samstag um 20.55 Uhr (ZDF und Livestream) tritt Florian Orth aus Schwalmstadt zum 5000-Meter-Lauf an.

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