Immer auf dem Sprung

Martin Triebstein (LGA Rotenburg-Bebra) ist Seniorenmeister im Dreisprung

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Hop, Step, Jump – Martin Triebstein im Dreisprung. Der LGA-Athlet verteidigte seinen Meistertitel in der M 45.

Rotenburg/Bebra. Als andere aufgehört haben, da hat er einfach weitergemacht. Ist weiter gesprungen – und zwar weiter als alle in seiner Altersklasse in Deutschland.

Martin Triebstein, 47 Jahre alter Leichtathlet der LG Rotenburg-Bebra, hat erst kürzlich den Deutschen Meistertitel in seiner Spezialdisziplin Dreisprung verteidigt.

In der Steigerwaldhalle in Erfurt gab’s einen überzeugenden Sieg – und als Draufgabe noch den zweiten Platz im Weitsprung der M 45. „Das war ganz schön anstrengend“, erzählt Triebstein. Denn im Weitsprung hatte er ebenfalls auf den Sieg gehofft, musste sich aber dann mit 5,92 Metern knapp geschlagen geben. Und tags darauf im Dreisprung sprang er sechsmal mit voller Kraft – morgens um 9 Uhr, „gar nicht meine Tageszeit“, wie er zugibt. Der Lohn war aber dort der überlegene Sieg mit 12,67 Metern. Jeder seiner sechs Sprünge hätte ihm den Titel beschert.

Martin Triebsteins Laufbahn dauert schon über 30 Jahre. „Über den Schulsport kam ich in der 9. Klasse in Alsfeld zur Leichtathletik“, erinnert er sich. Nebenher trat er auch im Sprint an, doch der Weit- und insbesondere der kräftezehrende Dreisprung – das waren immer seine Disziplinen. Das LGA-Trikot trägt er seit 2011. „Trainer Wolfgang Weber kannte ich aus meiner Zeit in den 90ern, als ich für Heringen gestartet bin“, erinnert er sich. Am Erfolgscoach schätzt er neben dessen Fachwissen besonders, „dass es ihm um die Leistung jedes Athleten geht, nicht um Vereinszugehörigkeiten“.

Gleichwohl bezeichnet sich der 47-Jährige als „Autodidakt“, trainiert also weitgehend auf sich gestellt. Der Sportlehrer gibt übrigens als Trainer im Stützpunkt Nordhessen seine Kenntnisse auch an junge Athleten weiter.

In den drei Jahrzehnten kam ihm nicht in den Sinn, die Sprungspikes an den Nagel zu hängen. „Mir hat das einfach immer Spaß gemacht, warum sollte ich da aufhören?“, lautet Triebsteins simple Erklärung. „Wenn man regelmäßig trainiert, dann bleibt die Form auch.“ Dazu kommt, dass er – toi toi toi – von Verletzungen weitgehend verschont blieb. „Manchmal ist was an den Sprunggelenken, da helfen Physiotherapie und Stabilisierungsübungen.“ Doch Knie und Hüfte hielten über die Jahre das sehr intensive Dreisprungtraining ohne Murren aus. Martin Triebstein glaubt, dass das an seiner guten Technik liegt.

Und: „Man muss auf den Körper hören. Wenn da was nicht passt, darf man keinen Wettkampf und keine Trainingseinheit mit Gewalt durchziehen.“ Vier- bis fünfmal in der Woche trainiert er eineinhalb bis zwei Stunden. Und auch wenn „ab 40 die Weiten spürbar kürzer werden“, denkt er nicht ans Aufhören – sondern im Gegenteil ans Weiter-Springen.

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