Werfergala findet Ende Mai statt

Selbstversuch im Kugelstoßen: Sieben Meter mit Hoppelhäschen-Technik

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Und weg mit der Kugel: Aus der Grundposition heraus geht es in die Beschleunigungsphase über und dann kommt der Stoß.

Frankenberg. Am 30. Mai findet in Frankenberg die neunte Auflage der Werfergala statt, zu der zahlreiche deutsche Spitzenathleten im Kugelstoßen und Diskuswerfen erwartet werden.

Gelegenheit für uns, einmal einen Selbtsversuch zu starten: Sportredakteur Thorsten Spohr wagte sich ans Kugelstoßen heran, gemeinsam mit Michael Kollmar, dem Stützpunkttrainer des TSV Frankenberg.

Bei mir wäre es mit einer Karriere als Kugelstoßer wohl nichts geworden. „Kleine Leute haben nur wenig Chancen“, ist einer der ersten Sätze, die ich von Michael Kollmar höre. Also: Bei 1,74 Metern Körpergröße fehlen mir schlicht die Voraussetzungen. Trotzdem wollte ich testen, was möglich ist. Kugelstoßen ist schwer - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Kugel

Bei Männerwettkämpfen beträgt das Gewicht der Kugel etwas mehr als sieben Kilogramm, bei den Frauen vier Kilogramm. Ich darf mit der Fünf-Kilo-Kugel werfen. Aber die ist auch ganz schön schwer - schon beim Halten. Die Kugel wird auf die Fingerwurzeln der Wurfhand gelegt und seitlich neben dem Kinn am Hals gehalten.

Die Technik

Und weg mit der Kugel: Die Grundposition.

Es gibt drei Wurftechniken: Angleiten, Wechselschritt und Drehstoß. Angleiten und Drehstoß sind nichts für Anfänger, sondern eher für Profis. Für meine Versuche habe ich es mit der Wechselschritttechnik versucht. Dabei wird der Oberkörper nur leicht geneigt und bewegt sich in einer Streck-Drehbewegung von einer seitlichen Grundposition in die Abstoßrichtung. Auch hier gilt: Die Kraft kommt wie beim Diskuswurf vor allem aus den Beinen. Und: Die Kugel muss gestoßen werden, nicht geworfen. Gestoßen wird aus einem Kreis mit einem Durchmesser von 2,13 Metern. Dabei darf dieser Kreis erst verlassen werden, wenn die Kugel am Boden liegt. Ansonsten ist der Versuch ungültig.

Meine Versuche

Nach einem Probedurchgang landet der erste ernsthafte Versuch bei mageren 6,50 Metern. „Das hätte wahrscheinlich nicht mal für das Sportabzeichen gereicht“, ruft Kollmar und lacht. Neuer Versuch, dieses Mal knapp sieben Meter. Ich freue mich, mein Trainer auch, aber aus anderen Gründen: „Das war aber mit der Hoppelhäschen-Technik.“ Na toll. Also nochmal. Ähnliche Weite, aber diesmal gibt es schon fast ein Lob. „Nicht gut, aber deutlich besser als zuvor.“ Meine Oberschenkel schmerzen schon jetzt. „An der Rumpfmuskulatur müsste man auch arbeiten“, sagt Kollmar.

Der Weltrekord

Die Beschleunigungsphase, danach kommt der Stoß.

Davon bin ich meilenweit entfernt. Bei den Männern liegt der Weltrekord bei 23,12 Metern, aufgestellt vom US-Amerikaner Randy Barnes (1990). Bei den Frauen hält Natalja Lissowskaja die Bestmarke: 1987 warf sie 22,63 Meter. In Deutschland dominieren derzeit David Storl (Bestweite 21,97 Meter) und Christina Schwanitz (20,41) die Szene. Bei der Werfergala hat Thomas Schmitt die höchste Meldeweite: Der Kölner stieß die Kugel im März auf 21,35 Meter. Übrigens: Viel weiter darf es bei der Werfergala auch nicht gehen, da der Platz nur Weiten bis 22 Meter zulässt.

Wie sich Sportredakteurin Friederike Göbel beim Diskuswerfen geschlagen hat, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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