Samstagsinterview: Viktoria Lang vom Land Hessen für ehrenamtliches Engagement mit Stipendium belohnt

Das Lachen der Kinder als Lohn

Schwarz auf Weiß: Die Leichtathletin und Kampfrichterin Viktoria Lang mit der Urkunde des Horst-Schmidt-Stipendiums. Foto: Fischer

kassel. Was wäre der heimische Sport ohne das Ehrenamt? Wie wichtig diese Form des freiwilligen Engagements ist, wissen zahlreiche Vereine, in denen oftmals vergeblich nach Nachwuchs gesorgt wird. Die Kasselerin Viktoria Lang engagiert seit 2009 als Trainerin für Kinder- und Jugendgruppen des PSV Grün-Weiß Kassel und ist zudem als Kreisjugendwartin der Sportjugend in der Region Kassel und als Kampfrichterin tätig. Für ihre bisherigen Leistungen und ihr anhaltendes Engagement wurde die 20-jährige Studentin jetzt vom Land Hessen mit dem Horst-Schmidt-Stipendium ausgezeichnet. Wir sprachen mit ihr über das Ehrenamt und ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Liste Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang. Wie kommt man dazu?

Lang: Indem man einfach anfängt und mit der Zeit immer mehr Aufgaben vom Berglauf bis hin zu Trainertätigkeiten übernimmt. Bei mir war es so, dass ich einfach Spaß gehabt habe – dann rutscht man da so rein.

Wie alt waren Sie denn da?

Lang: 2009 hat das mit Kinder- und Jugendgruppen beim PSV Grün-Weiß Kassel angefangen – da war ich 14.

Bleibt denn da noch Zeit, selbst Sport zu treiben?

Lang: Laufen geht immer, oder ich mache zu Hause im Garten Übungen.

Und das Studium? Leidet das unter den Ehrenämtern?

Lang: Meinen Studienplan kann ich mir selbst zusammenstellen. Sport und Lernen passt eigentlich auch ganz gut zusammen.

Was gibt Ihnen das Ehrenamt zurück?

Lang: Das Lachen der Kinder ist mein Lohn. Wenn die Kinder jede Woche zum Training wiederkommen, zeigt einem das, dass man das Meiste richtig macht.

Sie wurden jetzt mit dem Horst-Schmidt-Stipendium ausgezeichnet. Was machen Sie mit den 2000 Euro?

Lang: Erstmal sparen, oder für Urlaub und Wohnung. Laufschuhe kann man natürlich auch immer gebrauchen.

Das Vereinswesen lebt ja von Freiwilligen. Gibt es davon genug?

Lang: Eigentlich braucht man immer Nachwuchs. Leider gibt es auch Vereine, in denen die Älteren auf bestimmte Abläufe beharren, weil Dinge immer auf eine bestimmte Art und Weise gemacht wurden. Ehrenamtliche sollten daher auch in der Lage sein, ihre Ideen umzusetzen. Sie sollten dabei unterstützt und nicht behindert werden.

Wie motiviert man denn den Nachwuchs?

Lang: Das ist schwierig. Viele scheuen die Verantwortung oder wollen sich nicht auf einen festen Termin in der Woche festlegen. Wir achten bei uns im Verein darauf, dass auch die Jüngeren ab 14 einen Übungsleiterschein erwerben können, um sie in die Vereinsarbeit einzubinden.

Wie ist es denn generell um den Sport auf Vereinsebene bestellt. Treiben weniger junge Menschen als früher Sport?

Lang: Bei den Kindern ist es in Ordnung, aber ab der Pubertät merkt man immer einen Rückgang. In unserer Leichtathletikabteilung haben wir deshalb die Jugendgruppe noch einmal aufgeteilt, um besser auf die etwas Älteren eingehen zu können. Mit dem Start des Berufsleben nehmen dann manche Sport wieder als Ausgleichsmöglichkeit wahr.

Wird denn insgesamt genug Sport getrieben?

Lang: Nein. Es sollten immer noch mehr sein. Es spielt auch keine Rolle, was man macht. Laufen, Fußball oder Fitnessstudio – alles ist besser als auf dem Sofa zu liegen.

Von Martin Scholz

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