Hindernisläuferin ist mehr als das Fotomodel für Leichtathletik-DM in Kassel

Ein Lächeln für Nordhessen: Gesa Felicitas Krause in Kassel

Kassel. Sie ist das Gesicht der Deutschen Meisterschaft. Auf ungezählten Plakatwänden in Nordhessen, sogar auf einer Straßenbahn: Das Lächeln von Gesa Felicitas Krause ist allgegenwärtig.

„Es ist schon ein wenig komisch, sich überall selbst zu sehen“, sagt Krause am Mittwoch im Kundenzentrum der Städtischen Werke und zeigt beim Werbetreff mit dem Sponsor genau dasselbe sympathische Lächeln. „Sogar Freunde aus Amerika, die in Kassel gewesen sind, haben mich darauf angesprochen.“ Aber, keine Frage: „Natürlich bin ich stolz darauf, es ist eine Ehre für mich und eine Belohnung für meine guten Leistungen, dass ich nun für die Titelkämpfe in Kassel werben darf.“ 

Am 18. und 19. Juni ist es soweit, dann ermitteln die deutschen Leichtathleten im Kasseler Auestadion ihre Besten. Und Gesa Felicitas Krause will vor allem eines – ihren Titelgewinn von 2015 wiederholen. „Ich hoffe, dass ich bis dahin schon die Olympianorm für Rio geknackt habe und mich ganz auf die Meisterschaft konzentrieren kann“, erklärt die 24-jährige.

Denn auch das ist klar: In einem Jahr mit Europameisterschaft und Olympia ist die DM für sie im Idealfall nur eine Zwischenstation.

9:45 Minuten ist der Olympia-Richtwert, ihre persönliche Bestzeit im Hindernislauf über 3000 Meter steht bei 9:19. „Ich mache mir jetzt keinen Stress, sondern bin guten Mutes. Da sind noch Puffer drin,“ sagt Krause. „Ich bin auf einem guten Weg und werde das Schritt für Schritt schon schaffen.“

Fünf Sekunden schneller

Gelassenheit, die im Jahr nach ihrem sensationellen Lauf zu WM-Bronze in Peking absolut berechtigt ist. An Pfingsten lief sie in Rehlingen im Alleingang 6:09,46 Minuten über 2000 m Hindernis – ein Saisonstart nach Maß. „Ich bin fünf Sekunden schneller als vor einem Jahr“, berichtet die in Dillenburg geborene Wahl-Frankfurterin in Kassel. „Ich fühle mich gut und spüre, dass da noch Potenzial nach oben ist“, sagt das leichtathletische Model und zeigt es wieder, dieses charmante Lächeln.

Höher hinaus geht’s für Krause schon nächste Woche. Eben noch in Südafrika, am Mittwoch in Kassel, fährt sie am Donnerstag zum Höhentraining in die Schweiz nach Davos. Von dort aus geht’s weiter nach Eugene (USA), wo der erste Härtetest über die 3000-Meter-Distanz ansteht beim Sportfest der Diamant League.

Mit 15 ist Gesa Felicitas Krause zum Rennen über die Hindernisse gekommen, „irgendwann bin ich im Auestadion auch mal eine Hessenmeisterschaft gelaufen, glaube ich“. Diesmal aber werden Freunde, Familie und vor allem die Eltern hier anfeuern.“

Für andere soll das Auestadion mit den DM-Konkurrenzen der Meilenstein werden auf dem Weg nach Rio. Denn nur wer den Titel holt und pünktlich die Norm knackt, der fährt sicher mit nach Brasilien. „Das motiviert die Aktiven, das lockt die Zuschauer“, sagt Marco Buxmann, Veranstaltungsdirektor des DLV. Schon jetzt sei das Interesse viel größer als bei der Meisterschaft 2011. Was gewiss auch am Lächeln von Gesa Felicitas Krause liegt.

Rubriklistenbild: © Foto:  Hedler

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