Leichtathletik

Der achte Platz das Maß aller Dinge für Patrizia Römer

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Konzentration auf die Deutschen Hallenmeisterschaften: Kugelstoßerin Patrizia Römer, die für den ESV Jahn Treysa startet.

Am heutigen Samstag gilt es für Patrizia Römer: Um 14.20 Uhr beginnt das Kugelstoß-Finale der Frauen bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. In dem möchte die 21-Jährige ihre persönliche Bestmarke von 15,57 Meter übertreffen.

„Am schönsten wäre es, wenn die 16 Meter fallen würden“, hofft die Neuntplatzierte der deutschen Bestenliste. Auf ihren persönlichen Saisonhöhepunkt hat sie seit Anfang Januar mit täglichen Stoß- und Krafteinheiten plus Zusatzschichten am Wochenende hingearbeitet. Ihr Vorteil: Dank ihres außergewöhnlichen Berufs kann sich die Kugelstoßerin nach der Weihnachtszeit ausschließlich auf das Training konzentrieren.

Denn: Patrizia Römer arbeitet als Schaustellerin, deren Hauptsaison die Zeit zwischen Oktober und Ende Dezember ist. Mit ihrem Verkaufswagen vertreibt sie auf Weihnachtsmärkten und Rummelplätzen selbst hergestellte gebrannte Mandeln. Und führt damit die familiäre Schaustellertradition, übernommen von ihren Eltern Gabi und Robert, fort.

An diesem Wochenende dürfte die Süßware keine Rolle spielen. Vielmehr werden sich Römers Gedanken allein um die korrekte Technik-Ausführung drehen, um das vier Kilogramm schwere Stoßgerät möglichst in hohem Bogen aus dem Ring zu katapultieren.

Drehstoßtechnik noch Zukunftsmusik

Seit anderthalb Jahren feilt Hessens beste Kugelstoßerin intensiv beim ESV Jahn Treysa unter Übungsleiter Helmut Schneider an ihrer Explosivität und Stabilisation. Der bisher größte Erfolg der Kirchhainerin: Der achten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Dabei blieb sie nur knapp unter ihrer Freiluft-Bestleistung von 15,69 Metern.

Zuvor hätte die Bronzemedaillen-Gewinnerin der U 18-DM fast die Teilnahme an den U 20-Europameisterschaften erreicht. Ein internationaler Einsatz blieb der brünetten Frau, die in Kirchhain unter Wilfried Eisenberg mit Ballwurf und Sprinten begann, indes (noch) verwehrt. „Da ich kein großes Ziel wie die Olympischen Spiele habe, ist das kein Problem für mich“, erklärt Patrizia Römer.

Ihr Talent entdeckte Frankenbergs Erfolgstrainer Michael Kollmar, unter dessen Fittiche sie ihr Trainingspensum intensivierte - und sich enorm weiter entwickelte.ESV-Coach Schneider führte den positiven sportlichen Werdegang seines Schützlings trotz ihrer anhaltenden Bandscheibenprobleme nahtlos fort. Im nächsten Schritt, bei dem auch Dieter Kollark (u. a. Ex-Trainer von Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss) weiterhelfen soll, wird der Übergang von der Wechselschritt- zur Drehstoß-Technik eingeleitet. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal will sie mit gewohntem Bewegungsablauf in Leipzig unter die besten Acht Kugelstoßerinnen Deutschlands vorstoßen.

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