Leichtathletik im Auestadion: Starke Staffeln vor toller Kulisse

Staffelholz-Übergabe: Manfred Germar (rechts) übernimmt von Heinz Fütterer, links ist der Gladbecker Karl-Heinz Naujocks. Am Hindernisbalken sind (von links) Ingrid Reddemann, Helga Jirsa (kniend) und Trudi Dilcher zu sehen, die liefen zusammen mit Helga Kapuscinski in der Sprintstaffel der ACT Kassel. Fotos: HNA-Regiowiki

Kassel. Am 18. und 19. Juni findet in Kassel die Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft statt. Nun blicken wir auf das Jahr 1958: die Ost-West-Ausscheidungen im Auestadion.

20 000 Zuschauer säumten das Rund des Kasseler Auestadions am 3. August 1958. Eine imposante Kulisse bei den Ost-West-Ausscheidungen für eine gesamtdeutsche Mannschaft für die Leichtathletik-EM in Stockholm. Und ebenso imposant waren auch die Leistungen.

Allen voran begeisterte die Sprintstaffel der Frauen der ostdeutschen Mannschaft, die in der Besetzung Sadau, Stubnick, Birkemeyer, Mayer den bisherigen Rekord ihrer Nationalstaffel um eine Sekunde auf 44,8 verbesserte.

Eine Ehrenrunde musste nach seinem Sieg Hans Hüneke im Auestadion drehen. Der Sauerländer, der damals für Wolfsburg und ab 1963 für den KSV Hessen startete, war über 3000 Meter Hindernis in 8:37,4 Minuten fast sieben Sekunden schneller als der bisherige deutsche Rekordhalter Heinz Laufer (Stuttgart). Hüneke hatte vor dem Ostberliner Hermann Buhl gewonnen.

Über 5000 Meter setzte sich der Ostberliner Friedrich Janke, später bekannter Trainer in der DDR, in 14:14,8 Minuten durch. Zweiter wurde der Weseler Ludwig Müller, der später als „Held von Augsburg“ in die Leichtathletik-Geschichte einging. Müller gewann am 20. und 21. September 1958 im Augsburger Rosenaustadion beim Länderkampf gegen die UdSSR überraschend die 5000 und 10 000 Meter. Ab 1962 startete Ludwig Müller dann für den damaligen KSV Hessen.

Der spätere Goldmedaillengewinner und Weltrekordhalter Armin Hary musste wegen einer Oberschenkelzerrung auf den Start in Kassel verzichten. Trotzdem zeigte sich die Sprintstaffel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Topform. Im ersten Durchgang siegten Martin Lauer, Walter Mahlendorf, Heinz Fütterer und Manfred Germar in 40,4 Sekunden. In einem zweiten Rennen mit dem Elversberger Edmund Burg für Mahlendorf verbesserte sie sich auf 40,2 Sekunden.

Im Rahmen der Ausscheidung gab es auch Startmöglichkeiten für viele heimische Leichtathleten. So lief der KSVer Robert Petzold die 200 Meter in 22,9 Sekunden. Im 20-km-Gehen gab es für Heinz Lehmann, Cornel und Attila Holeczy (alle KSV Hessen) beim Sieg des Weißenfelser Lindner gute Zeiten.

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