EM-Teilnahme ist bislang Müllers größter Erfolg

Kasseler Sprinter Müller muss bei Leichtathletik-EM auf Trainer verzichten

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Zu Besuch in seiner Welt: Der Kasseler Sprinter Steven Müller startet bei der Leichtathletik-Europameisterschaft über 200 Meter. Unser Foto zeigt ihn im Kasseler Auestadion.   

Kassel. Der Kasseler Sprinter Steven Müller muss bei der Leichtathletik-EM in Berlin ohne seinen Trainer Otmar Velte auskommen. Der hat keine Akkreditierung erhalten. 

Das Alleinsein haben sie trainiert. Wenn sich der Kasseler Sprinter Steven Müller am Mittwoch im Berliner Olympiastadion den Startblock einstellt, war keiner an seiner Seite, der ihm die letzten Tipps vor dem Start des 200-Meter-Vorlaufes geben konnte.

„Ich habe als Trainer keine Akkreditierung vom Verband erhalten. Eine Einladung erhalten nur Trainer von Athleten mit Chancen auf eine Finalteilnahme“, sagt Otmar Velte. Der 53-Jährige trainiert den früheren Footballer Müller seit sieben Jahren. Nach Siegen bei mehreren Hochschulmeisterschaften kam in diesem Jahr über 200 Meter endlich der Durchbruch auf nationaler Ebene: Titelgewinn bei der Deutschen Hallenmeisterschaft im Februar und die Vizemeisterschaft im Freien vor knapp drei Wochen. Die Nominierung für die Leichtathletik-EM in Berlin ist jetzt der bisher größte Erfolg für Trainer und Athlet.

Erfolgstrainer: Otmar Velte

Müller selbst hat sich in den Wochen nach der Deutschen Meisterschaft weitestgehend zurückgezogen: „Vieles ist völlig neu für mich. Die Medienanfragen und auch das Trainingslager mit den anderen deutschen Athleten in Kienbaum in der Woche vor der EM. Zum Glück hält mir mein Trainer den Rücken frei, damit ich mich voll konzentrieren kann“, sagt der 27-jährige Lehramtsstudent, der für die LG Ovag Friedberg-Fauerbach startet aber in Kassel in der der Nähe des Auestadions lebt.

„Aus dem Trainingslager heraus habe ich täglich mit Otmar telefoniert. Im Alltag bin ich auch oft auf mich allein gestellt, wenn ich auf der Bahn oder im Kraftraum trainiere. Das technische und mentale Training findet dann aber mit meinem Trainer statt“, sagt Müller.

Von dieser Vorarbeit will der Sprinter in Berlin profitieren. „Wenn er die Bahn betritt, ist er in einem Tunnel und voll fokussiert“, sagt Velte über seinen Schützling, dessen Bestzeit im Moment bei 20,46 Sekunden liegt. Diese Zeit ist die aktuelle Messlatte. „Wir planen nicht nach Wettbewerben, sondern nach Zeiten. In dieser Saison wollten wir 20,60 Sekunden erreichen, um die EM-Norm zu unterbieten“, sagt Müller.

Weil dieses Ziel schon erreicht war, kann jetzt nur noch die Zugabe kommen. „Am liebsten natürlich durch das Erreichen des EM-Zwischenlaufes“, sagt Velte, der bereits auf die kommende WM-Saison blickt. „Dann wird die WM-Norm unser Ziel sein“, sagt der Trainer, der Steven Müller auch künftig den Rücken frei halten will. Notfalls eben aus der Ferne.

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