Diskuswerfen: Kollmars Bestweite durchkreuzt die Pläne

Nils Kollmar

Wetzlar/Frankenberg. „Wir sind jetzt am überlegen, was wir machen", sagt Michael Kollmar, der Papa und Trainer, nach einem fast perfekten Diskuswettkampf seines Sohns bei den deutschen U 23-Meisterschaften am Sonntag in Wetzlar.

Nils schaffte es nicht nur wie erhofft in den Endkampf, er warf den Diskus mit seinen im fünften Versuch erzielten 53,64 Metern auch so weit wie noch nie. Insgesamt dreimal blieb er über seiner bisherigen Bestweite von 52,29 Metern.

„Damit sind wir super zufrieden. Von der Trainingsplanung her haben wir alles richtig gemacht“, strahlte Michael Kollmar. Nils ließ Konkurrenz hinter sich, die schon weiter geworfen hat als er. Kai Uwe Schmidt (ART Düsseldorf) zum Beispiel hatte er sich bei der Frankenbeger Werfergala Ende Mai noch mit dem Mini-Rückstand von einem Zentimeter geschlagen geben müssen. Am Sonntag verwies er Schmidt mit genau vier Zentimetern Vorsprung auf Rang sieben. Den Titel holte sich in Wetzlar Henning Prüfer vom SC Potsdam mit 60,39 Metern.

Für Nils Kollmar sollten die Titelkämpfe der Junioren eigentlich Saisonhöhepunkt und -abschluss sein. Die „Hessischen“ noch, und zwar aus der ab heute geplanten einwöchigen Pause heraus, und danach wollte der 22-Jährige ins Training für seinen Wintersport einsteigen. Der Ellershäuser hat sich im vergangenen Jahr erstmals als Anschieber im Bob ausprobiert, da macht er jetzt weiter. „Das ist mit Nachwuchs-Bundestrainer René Spies so besprochen“, sagte Michael Kollmar.

Die neue Bestweite wirft die Planungen womöglich über den Haufen. Nils hat die Norm für die „Deutschen“ der Aktiven in Nürnberg erfüllt. Diese sind aber erst für Ende Juli terminiert - und passen damit überhaupt nicht in den Trainingskalender.

Alicia Schilling vom TSV Korbach blieb in Wetzlar unter ihren Möglichkeiten. Mit 43,35 Metern, die sie gleich im ersten Wurf erzielte, schaffte die jugendliche Diskuswerferin nicht den Sprung ins Finale und musste sich mit Platz zehn begnügen. Den Titel holte sich Topfavoritin Claudine Vita (Neubrandenburg), wie Schilling ebenfalls U 20-Athletin mit 60,02 Metern; sie hatte zuletzt mit 62,31 Metern die WM-Norm für Peking geknackt.

Der ebenfalls qualifizierte Weitspringer Matthis-Leon Wilhelm verzichtete auf seinen Start in Wetzlar. Er hatte nach dem Auftritt zuletzt in Weinheim erneut Probleme mit seiner alten Verletzung bekommen und wollte dieses Mal lieber kein Risiko eingehen. (mn)

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