Perspektiven für die Leichtathletik

Leichtathletik-Kreisvorsitzender Grunwald über Trends in seiner Sportart

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Für die Leichtathletik alles im Blick: Der Kreisvorsitzende Peter Grunwald Ende Mai während der Hessischen Meisterschaft im Auestadion. 

Es wäre ein wichtiger Erfolg für Kassel, wenn 2021 die deutschen Meisterschaften wieder ins Auestadion kommen würden.

Die olympische Kernsportart Leichtathletik spielt auch im Kreis Kassel eine wichtige Rolle. Wir sprachen darüber mit dem Kreisvorsitzenden Peter Grunwald.

Was macht aus Ihrer Sicht den Reiz den Leichtathletik aus?

Es ist vor allem eine vielfältige Sportart und eine olympische Kerndisziplin. Der Aktive erreicht in der Leichtathletik eine ganzheitliche Weiterentwicklung des Körpers. Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden geschult.

Das hört sich doch ganz attraktiv an, aber Ende Mai saßen bei den Hessischen Meisterschaften nur rund 200 Zuschauer im Auestadion. Wie erklären Sie diese Diskrepanz?

In den letzten 10 bis 20 Jahren sind etliche Trendsportarten hinzugekommen. Dorthin sind viele Jugendliche abgewandert. Ein Beispiel dafür wäre Parcours. Die Vielfalt ist größer geworden – dazu kommen dann noch die elektronischen Medien wie Facebook und Co., die den Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen stark einschränken. Und hier im Kreis gibt es nur noch wenige Vereine, die ein komplettes Wettkampfprogramm anbieten. Der LAV Kassel, der SSC Vellmar und der TSV Niederelsungen sind da die Ausnahmen.

Was kann man tun?

Vorangetrieben hat der Verband daher auch die Kinder-Leichtathletik, wo keine Weiten oder Zeiten gemessen werden, sondern der Teamgedanke zählt. Das Ganze ist eher spielerisch aufgebaut, und es wird kein Wettkampfgedanke forciert. Die beste Mannschaft ist die mit den meisten Punkten. Trotz zahlreicher Kritik an diesem System lassen sich auch hier Talente erkennen und fördern. Der Verband ist gerade dabei Trainingsmethoden und Hilfestellungen für den Übergang in die Wettkampf-Leichtathletik zu entwickeln.

Wie läuft das dann ab?

Auch hier im Kreis haben wir Stützpunkte für die Talentförderung. Talentsichtung findet zudem in den Schulen statt. Hier sehe ich noch Potenzial, dass wir enger mit den Schulen zusammenarbeiten. Insgesamt herrscht in der hessischen Leichtathletik leider ein großes Nord-Süd-Gefälle.

Kassel als Standort ist allerdings schon im Fokus des DLV. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass im Auestadion 2021 zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren die deutschen Meisterschaften stattfinden. Wie beurteilen Sie das?

Mit dem Auestadion haben wir die Verpflichtung, uns anzubieten. Die Initiative zur Bewerbung kam daher von uns. Zum Glück unterstützt uns die Stadt Kassel auf diesem Weg. Auch beim Sportamt hat man immer ein offenes Ohr für die Belange der Leichtathletik.

Früher gab es in Kassel das Askina-Sportfest. Sollte man versuchen, so ein Sportfest wieder auf die Beine zu stellen?

Auf alle Fälle. Die Zuschauerzahlen haben zudem bewiesen, dass dafür ein Markt existiert. So ein Projekt steht und fällt allerdings immer mit einem Großsponsor. Ein Problem bei der Organisation von Sportveranstaltungen haben wir mit der Ausbildung von Kampfrichtern, die die regelhafte Durchführung der Wettbewerbe überwachen. Leider geht das ehrenamtliche Engagement zunehmend zurück. Ich würde mir wünschen, dass uns die Vereine mehr bei der Akquise vom Kampfrichtern unterstützen.

Aber es gibt doch auch Stärken in der nordhessischen Leichtathletik. Wo liegen die aus Ihrer Sicht?

Wir haben auf alle Fälle ein großes Läuferpotenzial. Das spiegelt sich auch in den Bestenlisten wider. Zudem haben wir etliche gute Springer und Springerinnen und Mehrkämpfer. Ebenfalls erbringen unsere Alterssportler hervorragende Leistungen bis hin zu Weltmeisterschaften und sind daher Vorbild für die Jugend.

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