Rolf Geese einer der vielseitigsten Senioren der letzten zwei Jahrzehnte im Weltverband

Rolf Geese: Leichtathletik ist sein Leben

Eine seiner Spezialdisziplinen im Mehrkampf: Sechs Weltmeisterschaften und vier Weltrekorde hat Dr. Rolf Geese im Hürdensprint bereits in seinem langen und überaus erfolgreichen Leichtathletik-Leben errungen. Foto: nh

Göttingen. Seine bisherigen Erfolge aufzuzählen, hieße „Eulen nach Athen tragen“. Dr. Rolf Geese ist in der deutschen Leichtathletik-Landschaft ein absolutes Phänomen.

Der inzwischen 71-jährige ehemalige Akademische Oberrat am Institut für Sportwissenschaften, von den Göttinger Studenten liebevoll „Iffel“ genannt aufgrund seiner früheren Bezeichnung „Institut für Leibesübungen (IfL)“, bezeichnet sich dennoch nicht als ein „besessener Leichtathlet. Es gehört zu meinem Lebensstil, es tut mir einfach gut, mich zu bewegen“.

Die Senioren-Leichtathletik beginnt ab dem Alter von 35 Jahren, wobei die Alterklassen jeweils fünf Jahre betragen. Nachdem Geese fast zwei Jahrzehnte keine internationalen Wettkämpfe bestritten hatte und sich vor allem auf seine Lehrtätigkeit am IFS konzentrieren musste, stieg er erst mit 48 wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

Weltmeister-Titel en masse

Kurt Kaschke, der Präsident der „European Master Athletics Association“ (EMA) – es handelt sich hier um den Europäischen Verband der Senioren-Leichtathletik – hat Geese erst vor kurzem zum „vielseitigsten und einem der erfolgreichsten Senioren-Leichtathleten der letzten zwei Jahrzehnte im Weltverband“ gratuliert.

Und doch müssen an dieser Stelle einige Erfolge von Geese erwähnt werden. 1995 holte er sich bei seinem zweiten internationalen Start in Buffalo (USA) den Weltmeistertitel im Zehnkampf und stellte gleichzeitig einen Weltrekord in der Alterklasse 50 auf. Es folgten, wie „sie im im Zehnkampf weltweit einzigartig sind“ (Originalton des EMA-Präsidenten) weitere sechs WM-Titel und fünf Weltrekorde im Zehnkampf, drei WM-Titel im Fünfkampf, der in der Halle ausgetragen wird, mit je zwei Weltrekorden.

Geese, dessen Frau Karin mit ihm die Leidenschaft Leichtathletik teilt, war sie doch selbst in den 70er Jahren deutsche Hochsprungmeisterin, duellierte sich mit Ulrike Meyfarth, konzentriert sich nicht nur auf den Mehrkampf. Weitere Erfolge in Einzeldisziplinen belegen dies. Sechs WM-Titel und vier Weltrekorde im Hürdensprint und bei der letztjährigen Hallen-WM in Budapest gewann er im Mehrkampf, im Hürdensprint und im Stabhochsprung.

Riesenportion Idealismus

Keine Frage, der Vater von drei Kindern kommt auf diese Weise sehr viel in der Welt herum. „Ich treffe bestimmte Menschen schon seit Ewigkeiten. Darunter sind unter anderem Russen und Spanier. Wenn es sich einrichten lässt, begleitet mich meine Frau und wir lernen viel von dem jeweiligen Land“, erzählt der rüstige Pensionär. Die Reisen muss er allerdings komplett selbst finanzieren. „Ich bekomme keinen Cent Zuschuss“, sagt Geese, für den so zu seinem Hobby „Leichtathletik“ eine Riesenportion Idealismus gehört. (wg/gsd)

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