"Will die sechs Meter knacken"

Leichtathletin Carolin Klupsch zwischen Studium und Sport

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Vorbereitung für die Freiluftsaison: Carolin Klupsch beim Training in der Halle. 

Sie springt, wirft und rennt. Carolin Klupsch betreibt Leichtathletik mit Leidenschaft. Seit ihrem achten Lebensjahr trainiert sie beim SSC Vellmar. 

Anfangs sah es allerdings nicht nach der großen Liebe aus. „Als ich noch jünger war, habe ich ein paar Mal am Training teilgenommen, aber das hat mir nicht gefallen“, sagt sie. Stattdessen turnte sie, verlor aber irgendwann das Interesse und kehrte zurück zur Leichtathletik.

Die Sportbegeisterung wurde der 22 Jahre alten Studentin quasi in die Wiege gelegt. Ihr Ur-Großvater Rudolf Klupsch nahm bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin teil, kam dort bis ins Viertelfinalefinale der 400-Meter Sprinter. Auch ihr Vater Volker, Oma Rita und Tante Martina Klupsch spurteten schon über die Tartanbahn. „Das Sportliche kommt definitiv von der Seite meines Vaters“, sagt Klupsch.

Die junge Frau mit den braunen Harren hat sich für Siebenkampf entschieden, Wettkämpfe in Einzeldisziplinen macht sie hauptsächlich in der Halle. Ihre Stärken liegen nach eigenen Angaben zur Zeit im 200-Meter Lauf, im Hochsprung und besonders im Weitsprung. Ihr Rekord liegt bei 5,97 Meter. „Ich will unbedingt die sechs Meter Marke knacken. Daran arbeite ich und weiß nicht genau, woran es liegt.“

Leichtathletin trainiert viermal die Woche

Mit ihren Sprüngen punktet sie beim Siebenkampf ordentlich. „Das muss auch sein, denn Speerwurf und Kugelstoßen sind nicht meine besten Disziplinen“, sagt die Vellmarerin. Trotz der Defizite trumpft Klupsch auf. Bei den Hessischen Meisterschaften im Mehrkampf stand sie 2016, 2017 und 2018 ganz oben auf dem Podest. Zudem siegte sie im vergangenen Jahr bei den Süddeutschen Meisterschaften im Weit- und Hochsprung.

Die Ergebnisse sprechen für sich – Klupsch ist ein absoluter Wettkampftyp, trainiert dafür vier Mal in der Woche . „Ich mag es, mich mit anderen Athleten zu messen und bin immer traurig, wenn die Saison vorbei ist“, sagt sie. Ein Leben ohne Sport kann sie sich nicht vorstellen, selbst in ihrer Freizeit kommt sie nicht ohne aus. Wenn die 1,79 Meter große Studentin nicht in den Seminarräumen der Uni Kassel sitzt und dort Vorträgen zum Thema Bauingnieurwesen lauscht, spielt sie im Hochschulsport Ultimate Frisbee.

Doch so sehr Klupsch den Sport und damit auch die Leichtathletik liebt: Das Hobby zum Beruf zu machen, kommt für sie nicht in Frage. „Man muss jeden Tag trainieren und vieles andere dem Training und Wettkämpfen unterordnen. Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt die 22-Jährige. In den Sommermonaten, wenn die Freiluftsaison läuft, steht fast an jedem Wochenende irgendetwas an und „das ist schon intensiv“.

Wie viele Wettkämpfe sie in dieser Saison bestreiten wird, weiß Klupsch noch nicht. Erst einmal steht ein Praktikum in einem Ingenieurbüro im Harz an. „Die Firma hat sich auf den Bau von Sportanlagen spezialisiert“, sagt die Athletin. Kein Wunder also, dass Klupsch dort lernen möchte.

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