Comeback nach schwerwiegender Erkrankung

Marathonläufer Thomas Schönemann berichtet von seiner schwierigen Saison

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Wieder in Tritt: Thomas Schönemann aus Lispenhausen. Foto: Schattner/nh

Lispenhausen. Nein, es läuft nicht immer wie gewünscht. Auch bei einem Läufer wie Thomas Schönemann nicht.

Der 37-jährige Lispenhäuser lief 2015 bei seinem Marathon-Debüt gleich die Topzeit von 2:33,40 Stunden und wurde Hessenmeister.

Alles easy, alles immer aufwärts? Nein. Unlängst hat uns Thomas Schönemann eine E-Mail geschickt und von seiner Laufsaison 2016 erzählt. Und die glich einer holprigen Strecke. „Eine schwerwiegende Erkrankung ließ ein leistungsorientiertes Training nicht zu“, schreibt Schönemann, ohne weiter ins Detail zu gehen. Klar aber war: An sieben bis zehn Trainingseinheiten - und die braucht er, um seinen Leistungsstand zumindest zu halten - war nicht zu denken vor einem Jahr. Denn darin unterscheidet sich das Training eines Leistungssportlers von dem des Volksläufers. „Jeder, der läuft, hat meine volle Bewunderung“, stellt der gebürtige Bremer klar, dennoch sei sein Anspruch an sich und an seine Resultate naturgemäß ein anderer.

Körper erholt sich 

Nun, der Körper erholte sich, Schönemann nahm die Herbstsaison ins Visier. Doch auch damit wurde es nichts. Seine Frau musste sich einer Knieoperation unterziehen - für mehrere Wochen war der Vater einer achtjährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes daher in Haus und Haushalt zusätzlich gefordert - neben dem Beruf. „Da blieb dann das Unwichtigste auf der Strecke“, sagt er. Und das war, aller Leidenschaft zum Trotz, im Vergleich zu Beruf und Familie natürlich das Training. Ergebnis: Die Saison war gegessen.

All das ist mittlerweile aber fast vergessen, wie Thomas Schönemann schreibt. Seit mehreren Monaten läuft das Training wieder voll. Neben den besagten Laufeinheiten gehört das regelmäßige Training im Rotenburger Sport-Treff von Thomas Bretting dazu: Stärkung der Muskulatur, um die Verletzungsanfälligkeit zu mindern, Einheiten auf dem Laufband - alles auf ihn persönlich abgestimmt.

Comeback 

Sein Comeback feierte Thomas Schönemann kürzlich bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Löningen. Mit der Mannschaft des PSV Grün-Weiß Kassel gelang ihm der Sieg, obwohl ihn eine Erkältung behinderte.

Und auch bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Hannover blieb ihm die ersehnte Bestzeit - noch - verwehrt. 1:12 Stunden standen zu Buche - „es ist genau das rausgekommen, was nach der Erkältung möglich war“, resümiert Schönemann. Er war ernüchtert, weil er die ersten zehn Kilometer in einer Zeit zurücklegte, die er kurz zuvor noch in einem 15-Kilometer-Trainingslauf erzielt hatte.

Einen Trost gab es dennoch: Mit der Mannschaft des PSV wurde Schönemann Zweiter. „Ein Highlight. Ich komme ja vom Fußball und bin absoluter Teamplayer. Da beim PSV sehr viel Wert auf die Teamleistung gelegt wird, sind solche Erfolge noch schöner als Einzelplazierungen.“  

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