Noah Becker aus Vellmar wurde 16. von über 4000 – Wie hat er das geschafft?

Neunjähriger trumpfte bei Mini-Marathon auf: „Papa ist mein Vorbild“

Kassel/Vellmar. Der neunjährige Noah Becker lief beim Kasseler Mini-Marathon als 16. über die Linie – bei mehr als 4000 Mitläufern in der Altersklasse zwischen neun und 18 Jahren.

Seine Zeit auf den 4,2 Kilometern: 15:58 Minuten. Wir haben uns mit dem Drittklässler und seinem Vater und Trainer Uwe Becker getroffen und wollten wissen, was ihr Erfolgsrezept ist.

Die Vergangenheit

Weil er immer mitbekam, wie sein Vater als Ex-Laufprofi seine Runden im Gelände bei Obervellmar drehte, wollte Noah auch mal mitlaufen. Denn schon damals galt: „Mein Papa ist mein Vorbild.“ Erst lehnte Becker Senior allerdings ab – sein Sohn war doch erst fünf. Vielleicht noch etwas früh? Aber Noah blieb hartnäckig, bis sich Becker dachte: „Du kannst ja nicht immer ,Nein‘ sagen.“ Also nahm er ihn mit – und Noah verblüffte seinen Vater: „Er erzählte, während er lief und war sehr leichtfüßig.“ Becker – der auch mehrere Trainerlizenzen hat – wurde klar: Sein Sohn hat nicht nur Spaß am Laufen, er hat Potenzial.

Becker begann mit Noah zu trainieren – langsam, aber regelmäßig. Schnell fiel ihm auf, dass sein Sohn kaum zu bremsen, nicht müde zu kriegen war. Was danach kam, liest sich fast wie die Vita eines Profis. Talentförderung in der Leichtathletik beim LG Vellmar – wo Becker seinen Sohn trainiert – und mehrere Siege bei Cross- und Hindernisläufen; dazu noch eine Förderung im Basketball der Stadt Kassel und Teilnahme bei den Ballstars von Uni Kassel und MT Melsungen.

Die Gegenwart

„Heute habe ich etwas Großes vor“, sagte Noah zu seinem Vater vor dem Mini-Marathon – und er hielt Wort.

Seine Begeisterung über den Zieleinlauf ist immer noch ungebrochen: „Ich habe mich so über den Jubel der Zuschauer und über meine Bestzeit gefreut.“

Mit dem Sport geht’s natürlich weiter: Viermal in der Woche trainiert er im Verein, aber es vergeht eigentlich kein Tag, an dem er sich nicht irgendwie bewegt. „Muskelkater habe ich eigentlich noch nie gehabt“, sagt der Junge, der auf die Grundschule Obervellmar geht. Dafür hat er aber den unbändigen Drang, möglichst viel auszuprobieren.

Das spielt seinem Papa in die Karten: „Ich möchte, dass Noah möglichst vielseitig trainiert“, deswegen steht neben der Distanz in der Leichtathletik auch Kugelstoßen, Speerwurf auf dem Programm. Warum er kein Fußball spielt? „Eigentlich mag ich den Sport, aber im Fußball wird mir zu viel gegrätscht. Da habe ich Angst, mich zu verletzen“, sagt der 28,5 Kilogramm leichte Noah.

Die Zukunft

Jetzt hat er schon den nächsten Zieleinlauf vor Augen: Am Sonntag, 29. Oktober, tritt er beim Mainova Mini-Marathon in Frankfurt an. Noahs Ziel ist klar: „Ich möchte die Strecke in unter 15:58 Minuten laufen.“ Und was kommt dann? „Mein großer Traum ist mal bei Olympia mitzumachen, beim 3000- Meter-Hindernislauf.“

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