Er verteidigt Titel über 100 und 200 Meter – persönliche Bestleistungen

Kasseler Sprinter Müller läuft wieder allen davon

Der schnellste Student kommt aus Kassel: Steven Müller gewann über 100 und 200 Meter. Foto:  Fischer

Kassel. Als Steven Müller morgens um viertel vor elf die Frankfurter Straße entlang Richtung Auestadion schlendert, da wirkt er entspannt. Ruhig. Die Kopfhörer im Ohr. Der Rucksack auf seinem Rücken hat schon die Startnummer angeheftet.

„Früher war ich zu verkrampft. Heute war ich locker und schnell“, sagt der Leichtathlet von der Universität Kassel später. Aus heimischer Sicht ist er der erfolgreichste Sportler bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft.

Den Vorlauf über 100 Meter entscheidet der 27-Jährige in 10,58 Sekunden für sich. Im Finale legt er dann noch einmal zu – 10,41 Sekunden. Titelverteidigung. So sehr sich der Zweitplatzierte Michael Pohl aus Frankfurt auch streckt, es reicht am Ende nicht. Und es soll nicht das letzte Aufeinandertreffen der beiden Sprinter für diesen Tag gewesen sein.

Müller läuft über 100 Meter zudem persönliche Bestzeit. Und das vor heimischem Publikum im Auestadion. Das Lächeln ist ihm anschließend förmlich ins Gesicht gemeißelt. Als er zwischendurch erneut mit Kopfhörern im Ohr durch das Stadion schlendert, wirkt er wie schon am Morgen ganz entspannt. Seine Siegerzeit aus dem vergangenen Jahr – 10,63 Sekunden – ist Geschichte.

Die Bedingungen sind an diesem Tag gut: „Es ist der erste Wettkampf in diesem Jahr, bei dem es annähernd warm ist“, sagt der 27-Jährige. Er schränkt aber ein: „Mal kommt der Wind von vorn, mal von hinten. Das ist nicht ganz einfach für uns Athleten.“

Stören tut ihn das allerdings nicht. Über 200 Meter legt Müller die nächste persönliche Bestzeit hin. 20,89 Sekunden. Im Vorjahr waren es noch 21,34. Wiederum hat Pohl das Nachsehen und landet auf dem zweiten Rang. „Ich wusste, dass ich das alles kann. Ich wusste, dass ich hintenraus sehr schnell bin. Heute hat einfach alles gepasst, und ich konnte es endlich auch abrufen“, sagt Müller.

Anschließend dankt er seinem Trainer Otmar Velte. Er freut sich, dass seine Mutter im Stadion ist und seinen Erfolg live mitverfolgen konnte. Und er legt den Fokus schon auf die Zukunft. „Ich möchte auf diesen Zeiten jetzt aufbauen. Am 8. und 9. Juli findet die Deutsche Meisterschaft der Leichtathleten in Erfurt statt. Im vergangenen Jahr war Müller in Kassel noch knapp am Podest vorbeigelaufen. Das möchte er in diesem Jahr ändern.

Wie es sich dort anfühlt, auf dem Podest, das weiß er spätestens seit diesem Donnerstag im Auestadion ganz genau. Zweimal macht er sich auf den Weg zur Siegerehrung vor der Haupttribüne. Natürlich ganz entspannt. Ruhig. Mit einem Lächeln. So etwas wie Steven Müllers Erfolgsrezept.

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