Nachruf auf Ingeborg Trechsler: Eine Kämpferin für den Sport

Starb im Alter von 63 Jahren: Ingeborg Trechsler. Foto: zct

Kassel. Leichtathletik war ihr Leben. Die Vizepräsidentin des Hessischen Verbandes und Kasseler Kreisvorsitzende Ingeborg Trechsler ist mit 63 Jahren gestorben.

Ingeborg Trechsler war immer mehr als nur die Vorsitzende eines Leichtathletik-Kreises, sie lebte diese Position und sie lebte für diese Aufgabe. Inge, wie die meisten sie nannten, starb in der letzten Woche im Alter von 63 Jahren.

Seit Oktober 2008 führte Inge Trechsler den Leichtathletik-Kreis Kassel kommissarisch, im März 2009 wurde sie dann offiziell gewählt. „Wir müssen der Jugend vertrauen, den Nachwuchs fördern und ihn aber auch in unsere Arbeit mit einbinden“ hatte Ingeborg Trechsler anlässlich ihrer Wahl damals gesagt. Und später einmal: „Mein Motto ist, die olympische Kernsportart optimal zu präsentieren und das Miteinander von Jung und Alt auf allen Ebenen nach Kräften zu fördern.“ Auf diesen Grundlagen hat Ingeborg Trechsler sich in ihrer Arbeit im Kreis und auch darüber hinaus immer wieder neu orientiert. Die frühere Fachfrau für das Personalwesen wurde anlässlich ihres 60. Geburtstages sehr zutreffend als eine der Korsettstangen im nordhessischen Leichtathletik-Management bezeichnet.

Dabei half Ingeborg Trechsler, die seit 2011 auch Vizepräsidentin des hessischen Verbandes war, dass sie 1984 die Ausbildung als Kampfrichter und später die zur Leitung eines Wettkampfbüros absolviert hatte. Ruhig und verlässlich, ohne viel Aufhebens wirkte Inge Trechsler im Hintergrund und erhob ihre Stimme im Vordergrund, wenn es im Sinne der Sportler und des Sports notwendig war.

Inge Trechsler konnte fordernd sein, wenn es um die Belange der Leichtathletik ging; kreativ, wenn Impulse für die Arbeit in der Region gefordert waren; und vermittelnd, wenn es galt die Wogen zu glätten.

In ihre Ägide fällt unter anderem auch die Ausrichtung der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2011 im Kasseler Auestadion. Um stellvertretend nur eine von vielen Veranstaltungen zu nennen.

Ihre Arbeit im Sport und besonders in der Leichtathletik hatte Trechsler aber schon vor ihren Tätigkeiten in den Gremien des Leichtathletik-Kreises begonnen.

Seit 1981 war sie Mitglied im SSC Vellmar, zwei Jahre später wurde sie in den Vorstand gewählt und half beim Aufbau der Leichtathletik-Abteilung. Seit 1990 war sie dort Abteilungsleiterin, Tochter Carmen fungiert als Trainerin und zweite Vorsitzende.

Ein plötzliches Lungenversagen im Frühjahr 2014 warf die quirlige Allround-Funktionärin vorerst aus der Bahn. Mitten in der Krankheitsphase ihres im April 2014 dann verstorbenen Ehemannes Peter. Inge Trechsler kämpfte sich mit enormem Lebenswillen zwar Stück für Stück zurück und nahm ihre Ämter mit viel Engagement wieder wahr, doch ihr volles Potenzial konnte sie seither nicht mehr ausschöpfen. Zuletzt fehlte ihr einfach auch die Kraft.

Mit dem Tod von Ingeborg Trechsler hat die Leichtathletik an sich und vor allem die in Nordhessen eine Stimme mit Gewicht verloren.

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