„Nicht nervös machen lassen“

Vor Ort: Mehr als 200 Leichtathleten bei den Kreismeisterschaften im Auestadion

+
Über die Hürden im Auestadion: Laury Carilus (links) und Kerstin Beuermann duellieren sich bei den Kreismeisterschaften der Leichtathleten. Mehr als 200 Athleten waren am Wochenende am Start.

Kassel. 215 Athleten aus 15 Vereinen, 564 Starts in 30 Wettkampfklassen, 800 Urkunden und 500 Blatt Papier für Zeitpläne und Ergebnislisten: So lassen sich die Kreismeisterschaften der Leichtathleten, die am Wochenende im Auestadion stattgefunden haben, in Zahlen zusammenfassen. Wir waren vor Ort.

DAS WETTKAMPFGERICHT

Um 9 Uhr haben sich Jürgen Vogler, Klaus Schmidt und Andreas Grunwald vor dem Auestadion getroffen. Die drei sind Kampfrichter und bei diesem Wettkampf dafür zuständig, dass die Wurfgeräte der Athleten den Normen entsprechen. Kein Diskus, der zu dick ist, darf im Wettkampf genutzt werden, kein Speer, der einen falschen Schwerpunkt hat oder einen zu großen Durchmesser. Alle Geräte, die durch die Kontrolle gegangen sind, bekommen einen gelben Klebepunkt. „Bei diesem Wettkampf hatten wir nichts zu beanstanden“, sagt Vogler.

DIE ÄLTESTE TEILNEHMERIN

Gestaunt hat das Kampfgericht dennoch mindestens einmal: Als Ingrid Schattner (LAV Kassel), die älteste Teilnehmerin an den Meisterschaften, ihre Kugel vorführt. Die hat nämlich schon locker 50 Jahre auf dem Buckel und wiegt nur zwei Kilogramm. Neuere Modelle sind deutlich schwerer. Carolin Klupsch etwa, die bei den Frauen antritt, wirft mit einer Vier-Kilo-Kugel. Doch Schattner hat ihr Gerät im Griff: Sie wirft 7,98 Meter und gewinnt die Klasse W75.

DAS ORGANISATIONSBÜRO

Andrea Seidel vom PSV Grün-Weiß Kassel und Matthias Mücke von der TG Wehlheiden sind unermüdlich im Organisationsbüro: Gemeinsam mit vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern behalten sie den Überblick. „Nur nicht nervös machen lassen“, sagt Seidel und sortiert die Starter- und Lauflisten. Gelbe Zettelchen für die Mädchen, grüne für die Jungs. Alles ist im Zeitplan.

DER VELLMARER TRAINER

Draußen im Stadion muss Günter Zeiß zusehen, dass er den Überblick behält. Ausgestattet mit Zeitplan, Stoppuhr und Fotoapparat hat er seine Schützlinge im Blick. 37 Starterinnen und Starter seines Klubs, dem SSC Vellmar, sind heute gemeldet. Gerade den Jüngeren fehlt noch die Wettkampf-Erfahrung. „Auf welcher Bahn bin ich gelaufen?“, „Wann fängt Weitsprung an?“ und „Müssen wir schon rüber gehen?“ rufen die Mädchen aufgeregt durcheinander. Zeiß ist nicht aus der Ruhe zu bringen. 65 Jahre Erfahrung als Aktiver und Trainer kann er verbuchen. „Ich möchte die Kinder und Jugendlichen bei solchen Wettkämpfen auch zur Selbstständigkeit erziehen“, sagt er.

DIE FAVORITIN

Eine, die schon ganz genau weiß, wie der Hase läuft, ist Carolin Klupsch. Die 20-Jährige tritt als einzige Starterin bei den Frauen an. Um 10.10 Uhr erreicht sie das Stadion. In drei Taschen ist verstaut, was sie für zwei Wettkampf-Tage braucht. Als erstes holt sie eine kleine Bürste heraus, verschwindet in der Umkleide und kommt mit einem Pferdeschwanz zurück. Dann geht’s zum Warmmachen. „Heute geht es für mich nach dem Winter darum, erst mal wieder anzukommen“, sagt die Studentin vom SSC Vellmar. Sie startet in sieben Wettkämpfen, erreicht persönliche Bestleistung über 100 Meter Hürden (14,78 Sekunden), 100 Meter (12,51 Sekunden) und im Speerwerfen (31,55 Meter). Mit der Hürdenzeit erfüllt Carolin Klupsch die Norm für die Teilnahme an den Deutschen U23-Meisterschaften. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Saisonauftakt“, sagt Klupsch am Ende.

PDF: Alle Ergebnisse

Von Carina Wagener

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.