„Nach Hawaii ist EM die Zugabe“

Nordhessens Sportler des Jahres startet bei Triathlon-Meisterschaft

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Startklar für den Triathlon in Frankfurt: Martin Huhndorf aus dem Homberger Stadtteil Mardorf.

Kassel. Ein halbes Jahr Schweiß, hartes Training und viel Selbstdisziplin liegen hinter ihm. Sie sollen sich für den Triathleten Martin Huhndorf am Sonntag auch auszahlen.

Denn dann startet der 38-jährige Sportler des Jahres aus Nordhessenvom SC Neukirchen in Frankfurt und schlägt gewissermaßen gleich zwei Meisterschaftsfliegen mit einer Klappe: Denn in die Triathlon-Europameisterschaft ist die Deutsche Meisterschaft über die Langstrecke eingebettet (10 Uhr, HR). Für den Wettkampf hat der Mardorfer extra „Wettkampfurlaub“ genommen, wie er es nennt. „Nach dem Ironman auf Hawaii ist dieser Wettbewerb die Zugabe für mich“, sagt er.

Im Januar hatten ihn die HNA-Leser zum Sportler des Jahres gekürt, nachdem er bei Ironman auf Hawaii 36. im Gesamtklassement und Dritter seiner Alterklasse geworden war.

Das Wettkampfwochenende 

Schon am Freitagvormittag ging es für Huhndorf und Freundin Anna nach Frankfurt. Und das aus gutem Grund. Denn auf dem Programm steht vor dem Startschuss so einiges. „Registrieren, Startunterlagen am Römer abholen, Wettkampfbesprechung“, fasst er den Freitag zusammen. Am heutigen Samstag dürfte die größte Herausforderung der Abend werden. Denn natürlich ist Huhndorf auch Fußball-Fan. Blöd deshalb, dass der Viertelfinal-Klassiker gegen Italien ausgerechnet am Abend vor Rennbeginn ausgetragen wird. Der Anpfiff um 21 Uhr passt alles andere als ideal in die Wettkampfvorbereitung. Denn Schlaf vor einer ohnehin kurzen Nacht ist für den Athleten wichtig, schließlich schellt sein Wecker um 3.15 Uhr am Sonntagmorgen. „Geht unser Viertelfinale in die Verlängerung, muss ich aufgeben. Vielleicht schon in der zweiten Halbzeit. Zumindest wäre das der Plan. Ob ich es gedanklich schaffe abzuschalten, das weiß ich allerdings nicht.“

Doch egal ob ausgeschlafen oder nicht, Huhndorf wird hellwach sein, wenn um 6.40 Uhr am Langener Waldsee der Startschuss ertönt. Und wirklich allein ist er ja auch nicht. Zehn Triathleten schickt allein der SC Neukirchen ins Rennen. Freunde und Angehörige sind an der gesamten Strecke verteilt. Auch Freundin Anna ist im Dauereinsatz an der Strecke. „Sie hat einen strammen Zeitplan“, sagt Huhndorf und lacht.

Das Ziel 

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathon von 42,125 Kilometern hintendran – all das liegt dann vor dem 38-Jährigen. „Meine persönliche Bestleistung habe ich 2008 in Frankfurt aufgestellt: 8:55 Stunden. Ich will jetzt aber versuchen, mich an 8:45 Stunden zu orientieren.“ Denn er hat einen großen Traum. Und der heißt: Über Frankfurt noch mal nach Hawaii. „Ich möchte gern sicher in die Quali-Plätze für Hawaii. Dazu muss ich mindestens Neunter in der M35 werden“, erklärt er. Kein leichtes Unterfangen, denn 475 Teilnehmer haben allein für seine Alterklasse gemeldet. Zum Vergleich: 2008 bei seinem letzten Start in Frankfurt wurde er Dritter in seiner Altersklasse.

Schafft er es unter die besten Neun, dann hat er eine Nacht Zeit zu überlegen. Zeit, ob er noch einmal das Abenteuer Hawaii wagen will. Er sagt: „Klappt das, hätte ich schon Lust, das noch einmal zu wagen.“

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