Leichtathletik: LGerin Erste im Weitsprung / Ausfallserie in Göttinger Dreisprung-Domäne

Nordtitel für Anna Schmotz

Da spritzt der Sand wie eine Welle in der Weitsprung-Grube: Anna Schmotz von der LG Göttingen holte sich den Titel mit 5,82 Meter. Ihre Teamgefährtin Thea Schmidt landete auf dem fünften Platz mit 5,69 Meter. Foto: gsd

Göttingen. Am Ende war es dann doch noch zumindest halbwegs versöhnlich: Ein Titel bei den Norddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Jahnstadion blieb in Göttingen. Anna Schmotz sicherte sich Platz eins im Frauen-Weitsprung mit 5,82 Meter, nachdem sie sich am Samstag bereits Silber im Dreisprung geholt hatte. Silber gab es ebenfalls für Lukas Deserno (44,23 m) im Diskuswerfen, Bronze für Jonas Klack (7,06 m) im Weitsprung, Arne Dittrich im Diskus (41,40 m) und Deserno im Kugelstoßen. Insgesamt litten die Titelkämpfe darunter, dass viele vermeintlich gute Athleten nicht antraten. „Angesichts der Ausfälle ist es für uns nicht gut, aber okay gelaufen“, bilanzierte Gerd Brunken, Sprecher der LG Göttingen.

Die eigentliche, leider unerfreuliche Überraschung gab es bereits am Samstag: Im Frauen-Dreisprung, die Domäne der LG Göttingen, gingen von fünf einheimischen Starterinnen nur zwei an den Start. Dass Neele Eckardt wegen einer Knieverletzung (Patellasehne) ausfallen würde, war klar. Dass aber auch die somit zur Favoritin gewordene Lisann Rieker passen musste, war nicht vorherzusehen. Sie aber zog sich im Training einen eher seltenen Steißbeinanbruch zu und war gar nicht im Stadion. Der dritte Ausfall aus LG-Sicht war Anna-Marleen Wolf wegen Rückenproblemen.

So kam Anna Schmotz hinter Stefanie Kuhl (12,58 m, SC Potsdam) zu einem zweiten Platz mit 12,35 m. Thea Schmidt (LGG) schaffte 12,04 m (Rang 4). „Mit der Weite bin ich zufrieden“, meinte Anna Schmotz, deren Onkel Michael einst Fußballer bei Hannover 96 war. Zur Quali-Norm für die Deutschen Meisterschaften (12,80 m) fehlten ihr aber weite 45 Zentimeter. Landestrainer Frank Reinhardt ordnete denn auch diese Ergebnisse realistisch ein: „Für die Athletinnen war die Leistung gut, national bedeutet sie aber nichts.“. So eine ungewöhnliche Verletzung wie bei Lisann Rieker habe er in 30 Trainerjahren noch nie erlebt.

Springer-Meeting in 2016?

Anna Schmotz’ Freund Philipp Rietz wurde im Hochsprung Vierter (2,00 m), der einstige WM-Siebte Eike Onnen (Hannover) siegte mit mäßigen 2,22 m. Im Dreisprung hüpfte Rietz auf Rang sechs. Bronze holte sich der LGer Lukas Deserno im Kugelstoßen mit 14,88 m. Bemerkenswert der Hammerwurf bei den U18-Klasse: Unter den sieben Startern waren fünf aus Bad Gandersheim, Sieger wurde Tobias Kruse mit 56;52 m im ersten Versuch. Über 5000 m wurden die LGer Jasper Cirkel und Sebastian Hanelt Vierter und Fünfter.

„Gut organisiert, wie immer“, fand NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky die Norddeutschen Meisterschaften. Nur die Temperatur fand sie zu kalt – aber noch besser als das Volksbank-Meeting am Freitag in Osterode, das fast völlig einregnete. Die NLV-Chefin griff Frank Reinhardts Idee auf, 2016 ein Springer-Meeting (Weitsprung, Dreisprung etc.) auszurichten. Viel Lob gab’s erneut fürs Jahnstadion, wo Girschikowsky gern eine deutsche Jugendmeisterschaft ausrichten würde. Aber dazu fehle eine 110 m lange Tartan-Einlaufbahn. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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