Mündenerin bereitet sich auf WM vor

Orientierungslauf: Der schnellste Weg durch die Natur - ein Erlebnisbericht

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Bereitete sich in Schweden auf die WM vor: Ann-Charlotte Spangenberg.

Stockholm/Münden. Die skandinavischen Länder sind für Orientierungsläufer eine Art Mekka. Im Norden Europas ist es ein Volkssport, sich bei zahlreichen Wettkämpfen den schnellsten Weg durch die Natur zu suchen.

Mündens beste Läuferin, Ann-Charlotte Spangenberg von der TG 1860, bereitete sich deshalb in Schweden auf die am heutigen Montag beginnende Junioren-Weltmeisterschaft in Ungarn vor und erzählt hier von ihren Erlebnissen:

Viele Läufe, kurze Fahrten

Seit über einem Monat lebe ich nun bei einer Gastfamilie in Täby, ein Vorort von Stockholm, wo der Orientierungslauf zum Alltag zählt und eine der größten Volkssportarten ist. Der reine Orientierungslaufverein hat viele Mitglieder von jung bis alt und bietet jede Woche zwei gut besuchte Trainings an. Jeder hat hier die Möglichkeit auf seinem eigenen Niveau zu trainieren, so gibt es für mich immer ein Juniorentraining, an dem ich teilnehmen kann. Jedes Wochenende gibt es Wettkämpfe, die für mich wie „um die Ecke sind“. Ich brauche selten länger als eine Stunde zu fahren. Als Trainingspartnerin habe ich hier Emma Hagrot, die ihrerseits zum Auswahlkader der Schweden gehört.

Ich kam an einem Samstagabend in meinem neuen Zuhause an und bin am nächsten Tag gleich einen Wettkampf meines Gastvereines gelaufen. Das folgende Wochenende bin ich eine Langdistanz auf Lidingö und eine Mitteldistanz in Järfalla gelaufen, sodass ich schon nach einer Woche viele verschiedene Wälder und drei erste Plätze in der D20-Klasse erringen konnte.

Start im Morgengrauen

Ich war auch bei einem der größten OL-Ereignisse des Jahres dabei: der Tiomila. Das ist die größte Staffel Schwedens, bei denen die Herren zehn Strecken als Staffel und die Damen fünf Strecken hintereinander laufen. Die Damen starten am Samstag um 13 Uhr und die Herren dann um 20.30 Uhr. Sie laufen anschließend die Nacht hindurch bis in den Morgen. Das war ein faszinierendes Erlebnis, denn ich durfte für die erste Damenstaffel meines Gastvereins starten. Da das aber noch nicht reichte, durfte ich sogar noch eine Strecke bei der Herrenstaffel übernehmen und unser drittes Männerteam auffüllen. Also ging ich im Morgengrauen erneut in den schwedischen Wald.

Sprints in Stockholm

Der Stockholmer City Cup ist eine dreiwöchige Sprintserie durch Stockholm. Den ersten der drei Wettkämpfe (jeden Mittwoch) konnte ich als 20. von 240 Starterinnen einlaufen. Hier startete ich in der Kategorie D17, was so viel bedeutet wie alle Damen, die älter als 17 Jahre alt sind. Auch hier gewann ein sehr bekanntes Gesicht aus dem OL: Karolin Ohlsson. Mit 17:05 Minuten hatte sie fast eine Minute Vorsprung. Ich konnte mich mit meinen 21:29 Minuten gut platzieren. Innerhalb von 90 Sekunden wurden 13 Plätze entschieden.

Bald wieder für die TG

Bei der schwedischen Meisterschaft im Sprint durfte ich in der offenen Klasse starten. Mit meiner Zeit wäre das ein 11. Platz in der regulären Wertung gewesen. Ich fühlte mich hier sehr wohl, da ich meinen Sport richtig leben kann. Im Herbst, nach meiner Rückkehr, will ich wieder gute Ergebnisse für die TG erringen.

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