Silber bei der Paralympics-Weltmeisterschaft in London

Kasseler Kugelstoßerin Mogge gelingt der große Wurf

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Volle Konzentration: Die aus Kassel stammende Kugelstoßerin Juliane Mogge trumpfte bei der Paralympics-Weltmeisterschaft in London auf. 

Kassel. Das ist ihr bisher größter Wurf. Die aus Kassel stammende Juliane Mogge gewinnt bei der Paralympics-Weltmeisterschaft der Leichtathleten in London die Silbermedaille. Die Kugelstoßerin feiert damit den größten Erfolg in ihrer Karriere.

Der Erfolg bei der Paralympics-WM 

Sechs Versuche hatte Mogge bei der WM in London. Der fünfte Wurf ist ihr bester. Die Weite von 9,44 Meter bedeutet Silber. Dabei kommt sie nah an ihre Bestweite von 9,83 Meter heran. „Ich bin mit dem Wettkampf sehr zufrieden. Im Gegensatz zu den anderen Wettbewerben in dieser Saison war ich sehr konstant“, sagt die 27-Jährige. Insgesamt liegen fünf ihrer Versuche in einem Abstand von zehn Zentimetern.

Sogar der WM-Titel liegt im Bereich des Möglichen. Am Ende fehlen aber nur 25 Zentimeter auf die neue Weltmeisterin Qing Wu aus China. „Erst in der Mixed-Zone habe ich erfahren, wie eng es war. Im ersten Moment war ich schon wehmütig, aber dann habe ich mich schnell gefreut. Schließlich war es meine erste Medaille bei einer WM“, sagt Mogge.

Aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung leidet Mogge unter Bewegungsstörungen. Dennoch startet sie als Jugendliche ihre Leichtathletik-Karriere. „Damals war es ein Hobby“, sagt sie. Mit der Zeit wird ihr Hobby zum Leistungssport. Vor vier Jahren konzentriert sie sich komplett auf das Kugelstoßen. Warum? „Es gibt im Behinderten-Sport nicht in allen Klassen alle Disziplinen“, erklärt sie.

Und Mogges Entscheidung ist richtig. Sie hat Erfolg – auch international. Vor zwei Jahren startet sie bei der Weltmeisterschaft und wird Vierte. 2016 holt sie bei der Europameisterschaft Bronze und belegt bei den Paralympics in Rio de Janeiro erneut Platz vier. Jetzt gewinnt sie ihre erste WM-Medaille.

Das Ziel: Medaille bei den Paralympics

Juliane Mogge lebt, arbeitet und trainiert in Duisburg. Sechsmal die Woche ist sie im Training. „Je nachdem, in welcher Wettkampfphase ich gerade bin“, sagt die Kugelstoßerin, die als Bürokauffrau bei einem Personaldienstleister arbeitet.

Mogges Traum ist eine Medaille bei den Paralympics. Diese finden 2020 in Tokio statt. Als Vierte in Rio hat sie dieses Ziel nur knapp verpasst, der Gewinn von WM-Silber macht jetzt aber Mut. „Das ist aber ein langfristiges Ziel“, sagt sie.

Die WM war für sie in dieser Saison der Höhepunkt, größere Wettkämpfe stehen jetzt erst einmal nicht an. Das nächste Ziel der gebürtigen Kasselerin ist deswegen die Paralympics-Europameisterschaft 2018. Die findet in Berlin statt. Und beim Heimspiel soll es wieder mit einer Medaille für die 27-Jährige klappen.

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