Diskuswerfen

Remsfeld: Fabian Feldmann krönt seine Leistung mit Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft

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Fabian Feldmann und sein Lieblingsgerät: Der Diskus soll bei den Deutschen Meisterschaften über 50m weit fliegen.  

Remsfeld. Rein mathematisch wäre in knapp zwei Jahren ein neuer Weltrekord fällig. Wenn Fabian Feldmann so weiter macht. 

Der hat sich in den vergangenen sechs Monaten im Diskuswerfen um 15 Meter verbessert. Von 35 auf 49,60m, mit denen der 15-Jährige die Süddeutschen Meisterschaften gewann.

„Nein, nein, so läuft das natürlich nicht“, winkt Bernd Feldmann, Vater und Trainer in Personalunion, lächelnd ab, „denn der Diskus wird ja mit jeder neuen Altersgruppe immer schwerer.“ Derzeit wiegt er 1,5 Kilogramm, dann kommen 1,75 (U 20) und schließlich zwei Kilogramm.

Mit dieser neuen Variable kann die Gleichung in der Tat nicht aufgehen. Aber dass dem jungen Mann aus Remsfeld eine vielversprechende Karriere winkt, scheint ausgemacht. Denn seine Paradedisziplin ist auch gleichzeitig seine Leidenschaft. Neben Klavierspielen und Schach. „Ich beschäftige mich mit dem, was mir Spaß macht“, sagt der Jakob-Grimm-Schüler.

Großes Gemeinschaftsgefühl

Und vermisst angesichts von zehn Trainingsstunden plus Wettkampf pro Woche das vermeintlich normale Leben eines Teenagers überhaupt nicht. Auch weil seine Freunde in seiner Trainingsgruppe sind, sie sich gegenseitig motivieren und anfeuern. Bernd Feldmann legt nämlich großen Wert auf die Gemeinschaft: „In der Gruppe macht der Individualsport viel mehr Spaß.“

Ein Credo, das er 2009 in den TSV mit einbrachte. Damals waren es zehn Kinder, die sich dort der Leichtathletik widmeten, heute sind es 85. Darunter auch sein Filius, der mit acht Jahren einstieg, nachdem er sich vorher beim Fußball eine blutige Nase geholt hatte. Und dabei sehr schnell sein Talent und seine Leidenschaft fürs Sprinten, Springen und Werfen entdeckte. „Ich habe alles ausprobiert, doch das Diskuswerfen ist die schönste Disziplin“, sagt Fabian, mit seinen Körpermaßen – Größe 1,85 Meter, Spannweite der Arme 1,95 m – geradezu prädestiniert für diese olympische Traditionssportart.

Vorbild Robert Harting

Trotzdem ist seine Stärke die Vielseitigkeit, was auch der 14. Platz bei den Deutschen Meisterschaft im Blockmehrkampf der U 16 im letzten Jahr unterstreicht. Die beachtlichen Qualitäten als (Hürden-) Sprinter, Weit- und Hochspringer sind für Fabian „Zubringerleistungen“, um die kreisrunde Scheibe möglichst elegant, technisch sauber und vor allem weit zu werfen. Sein Idol: Olympiasieger Robert Harting, wie der Remsfelder ein Techniker.

Dessen Dauer-Konkurrenten Piotr Malchowski hat Fabian im letzten Jahr bei seiner internationalen Feuerprobe, dem Halleschen Werfertag (6.), kennen und schätzen gelernt: „Ein eher gemütlicher Typ mit einer unheimlich schnellen Drehung.“

Seine eigene ist in den letzten Wochen immer schneller geworden. Weil er dem Rat von Verbandstrainer Michael Kollmar folgte, mehr Trainingswürfe zu absolvieren. „Dadurch habe ich mehr Gefühl für den Diskus entwickelt und kann ihn besser kontrollieren“, sagt der Gesamtschüler. Ein Grund für seine exorbitante Leistungssteigerung, die ihn bei den kommenden Deutschen Meisterschaft in die „Top 8“ katapultieren soll. Mit seinen ersten Wurf über die 50 Meter-Marke, die er im Training schon mehrfach knackte.

Im nächsten Jahr will Fabian die Erfolge der laufenden Saison bestätigen, langfristig träumt er schon mal von Olympia. Weiß aber auch, dass er für kommende Steigerungen sein Krafttraining noch mal intensivieren muss. Und dass diese mit Sicherheit moderater ausfallen werden.

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