Leichtathletinnen Schäfer und Dutkiewicz sorgen für Furore

Völlig losgelöst: Carolin Schäfer, hier bei den Olympischen Spielen in Rio, ist phänomenal in die Saison gestartet. Foto:  dpa

Kassel. Die Leichtathletinnen Carolin Schäfer und Pamela Dutkiewiecz haben am Wochenende dicke Ausrufezeichen gesetzt. Beide blicken schon Richtung WM im August.

Carolin Schäfer ist schwer gefragt. ARD, mehrere Radiosender, Frankfurter Allgemeine Zeitung - das Smartphone der Siebenkämpferin steht nicht still. Kein Wunder. Mit dem besten Wettkampf ihres Lebens ist die Leichtathletin aus Bad Wildungen endgültig in die Weltspitze geflogen. Die Olympia-Fünfte feierte beim Traditions-Meeting im österreichischen Götzis mit dem persönlichen Rekord von 6836 Punkten den zweiten Platz - bei den Sommerspielen in Rio hätte sie mit diesem Ergebnis die Goldmedaille geholt.

Allein am ersten Tag stellte die 25-Jährige in drei von vier Disziplinen persönliche Bestmarken auf. So langsam wird ihr klar, was sie geleistet hat. „Eine Nacht später kommt’s an. Aber ich muss das alles noch Revue passieren lassen und runterkommen“, sagte Schäfer am Montag. Spätestens mit dem Rummel um ihre Person habe sie gemerkt: „Ups, das war richtig gut.“ Ganz nebenbei zeigte sie der Konkurrenz, dass mit ihr in diesem Jahr zu rechnen ist.

Dabei ging es Schäfer erst einmal darum, gut in die Saison zu kommen und die Vorleistungen aus den Trainingswochen zu bestätigen. 6600 Punkte seien ein realistisches Ziel gewesen, „aber dass ich mich um 279 Zähler verbessere - damit habe ich nicht gerechnet.“ Schäfer hat die Gunst der Stunde jedenfalls genutzt und ist nun bei der Weltmeisterschaft in London Anfang August eine heiße Medaillenkandidatin.

Auf WM-Kurs: Pamela Dutkiewicz. Foto:  dpa

Überhaupt wird die Polizeikommissarin nach den Rücktritten der Topstars Jessica Ennis-Hill und Brianne Theisen-Eaton anders wahrgenommen. Bereits vor Götzis wurde sie hoch gehandelt. Aus der Lauerstellung der vergangenen Jahre hat sich Schäfer in den Favoritenkreis hochgearbeitet. Größeren Druck empfindet sie dadurch aber nicht. Zur Weltspitze zu gehören, sei ein geiles Gefühl, sagt sie: „Das ist der Lohn für jahrelange harte Arbeit. Ich schwimme vorn mit. Was will ich denn mehr?“

Für die erstaunliche Frühform gibt es eine Erklärung. Schäfer verzichtete auf Wettkämpfe in der Halle - nur zu schuften, sei eine Geduldsprobe gewesen. Aber dafür startete sie früher mit dem Aufbautraining - der Fokus lag auf Schnelligkeit und Sprungkraft. „Die Früchte ernte ich jetzt schon“, sagt Schäfer. Zufrieden und entspannt blickt sie auf den weiteren Saisonverlauf. Ende Juni steht der Mehrkampf in Ratingen auf dem Programm. Den sieht sie als Durchgangsstation. So ein Knallerergebnis wie jetzt in Götzis sei dann nicht zu erwarten. Das will sich Schäfer für die Weltmeisterschaft in London aufheben.

London als Ziel

Auch für Pamela Dutkiewicz ist London das große Ziel. Wie Schäfer präsentierte sich die Hürdensprinterin aus Baunatal in Topform. In Weinheim lief die 25 Jahre alte Studentin in 12,61 Sekunden persönliche Bestleistung. Dutkiewicz knüpft nahtlos an ihre hervorragende Hallensaison an. „Darauf habe ich gehofft. Die 12,61 sind der Wahnsinn“, sagt sie. Zudem sei die Leistung gut fürs Selbstvertrauen. „So sehe ich, was möglich sein kann.“

Die geforderte WM-Norm hat sie damit locker unterboten. Das muss ihr bei der Deutschen Meisterschaft Anfang Juli in Erfurt noch einmal gelingen - dann ist sie in London dabei. Und wer weiß? 12,61 Sekunden hätten in Rio für Bronze gereicht. Womöglich fliegt Dutkiewicz auch in die Weltspitze.

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