Vor Ort beim Duathlon in Großenenglis: Hessenmeisterschaft und Teilnehmer-Rekord

Schnelle Schüler, küssende Sieger

Motiviert vor der Duathlon-Premiere: Die Klasse 9g der der Christophorusschule Oberurff mit Lehrer Marcel Krug (hintere Reihe, Zweiter von links). Foto: Streuff

Großenenglis. Er ist er älteste seiner Art in Nordhessen und doch alles andere als in die Jahre gekommen: der Viktoria-Duathlon im Borkener Stadtteil Großenenglis. Angefangen hat alles vor 21 Jahren mit einer kleinen Gruppe auf dem Schulhof, mittlerweile reicht fast schon der Sportplatz nicht mehr aus.

Am Samstag fand die 21. Auflage der Traditionsveranstaltung statt – mit dem Auftakt der Rennserie Bike Facts Trophy, einem Sonderlob des Hessischen Triathlon-Verbandes, der ersten Hessenmeisterschaft und mit dem Teilnehmer-Rekord von mehr als 200 Startern.

Vor dem Start

Ein bisschen Anspannung, ein bisschen Coolness. Die Gefühle der Schüler der Klasse 9g der Christophorusschule Oberurff sind gemischt. Sie stehen vor ihrer Duathlon-Premiere. 2,5 Kilometer Laufen, 21 Kilometer Radfahren und danach noch einmal 2,5 Kilometer Laufen stehen bei der Jugend A auf dem Plan. Bei der Jugend B lautet die Folge 2 Kilometer, 7 Kilometer, 1 Kilometer.

Referendar Marcel Krug, selbst begeisterter Triathlet, hat mit den Jugendlichen in den vergangenen Wochen darauf hingearbeitet. Torben ist angespannt: „Ich weiß nicht, wie es wird. Ich bin aufgeregt.“ Justin ist da schon gelassener: Er trägt Jeans, einen dunkelgrünen Parka. Nicht gerade die optimale Laufkleidung. „Ich habe eine Wette mit meinem Klassenlehrer. Wenn ich als Erster ins Ziel komme, bekomme ich eine Bratwurst“, erklärt er und grinst. „Aber vielleicht kriege ich die auch, wenn ich nicht der Erste bin.“ Krug ist mindestens genauso gespannt wie die Schüler. „Ich hoffe, es läuft keiner falsch, ich hoffe, sie kommen alle ins Ziel.“

Ein letztes Foto, eine letzte Ansprache. Währenddessen schickt Stadionsprecher Matthias Lohr die Senioren schon mal auf die Strecke. „Immer schön links laufen, es wird ein wenig eng heute“, warnt er. Dann der Startschuss. Schnell sind die Besten vornweg: Daniel Gebert (Triathlon WVC Kassel), Christoph Bentz, David Lappöhn (beide KSV Baunatal). Vor ihnen liegen 5 km Laufen, 21 Radfahren, und nochmals 2,5 Kilometer Laufen.

Während des Rennens

Gefühlt ist ganz Großenenglis auf den Beinen. „Es ist toll, wie wir von der Gemeinde Borken unterstützt werden“, sagt Frank Hartung, Chefkoordinator des Tages. Die Feuerwehr hat die Straßen gesperrt, die Landfrauen haben gebacken, alles läuft Hand in Hand. Der Wechsel steht an. Gebert schnappt sich als Erster sein Triathlon-Rad, sprintet auf Socken über den Rasen. Am Ende des Sportplatzes schwingt er sich auf den Sattel und in die Schuhe, die an den Pedalen befestigt sind. Bloß nicht stoppen.

Ähnlich zügig geht’s auch bei den Schülern voran. Sie nutzen ihre Alltagsräder. Luca hat ein Rennrad, andere Mountain-Bikes, sogar ein Holland-Rad ist dabei. „Auf geht’s, du packst das. Das sieht gut aus“, ruft Krug einer Schülerin zu. Er macht den Jürgen Klopp. Brüllt, klatscht, motiviert. Auf den drei Radrunden trennt sich derweil das Spitzenfeld. Die Strecke ist anspruchsvoll. Es ist windig, kurvig dazu. Die Fahrer müssen viel bremsen. Windschattenfahren ist verboten. Zwei Kampfrichter sind mit dem Motorrad unterwegs. Wer sich nicht dranhält, kassiert eine Strafzeit.

IM ZIEL

Gebert ist von der Spitze nicht mehr zu verdrängen. Es geht zurück auf den Sportplatz. Raus aus den Schuhen. In Socken über den Rasen. Rad abstellen. Letzte Laufrunde. Mit 18 Sekunden Vorsprung wird der Triathlet Duathlon-Hessenmeister. Dafür gibt’s im Ziel erst einmal einen Kuss von Freundin Melanie. Den hat er sich auch verdient. Denn: „Ich habe heute Morgen noch gearbeitet. Und es war das erste Rennen seit einem halben Jahr“, erzählt er und grinst.

Einer der schnellsten Schüler im Ziel ist Luca. Der Neuntklässler ist verschwitzt, aber glücklich. „Auf dem Rad habe ich schon ganz schön die Beine gespürt. Die letzte Laufrunde war echt hart. Ich bin froh, dass ich im Ziel bin.“ 21 von 22 Schülern kommen dort an. Nur eine Neuntklässlerin stürzt mit dem Fahrrad und kommt ins Krankenhaus. Krug ist begeistert: „Alle bekommen eine Eins.“ • www.viktoria-duathlon.de

Von Michaela Streuff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.