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Laura Hottenrott vom Virus gestoppt

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Von: Martin Scholz

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Im Nationaltrikot: Laura Hottenrott beim EM-Marathon in Berlin vor vier Jahren.
Im Nationaltrikot: Laura Hottenrott beim EM-Marathon in Berlin vor vier Jahren. © Laci Perenyi/imago

Die Nachricht war niederschmetternd für Laura Hottenrott. Am vergangenen Montag stand das Ergebnis des PCR-Tests fest: positiv. Bereits am Wochenende zuvor musste die 30-jährige Läuferin des PSV Grün-Weiß Kassel bei der Berglauf-EM auf der Kanareninsel La Palma ihren Wettkampf abbrechen. Jetzt folgte die Absage des WM-Marathons bei der Leichtathletik-WM, die in Eugene im US-Bundesstaat Oregon am kommenden Freitag beginnt.

„Zurück in Kassel habe ich sofort einen Schnelltest gemacht. Danach haben wir Kontakt zum Deutschen Leichtathletik-Verband aufgenommen. Der Test in Bad Wildungen beim DOSB-Arzt Hans-Herbert Vater war dann auch positiv“, erzählt Hottenrott, die noch eine Resthoffnung auf schnelle Gesundung hatte.

Daraus wurde nichts. Am vergangenen Freitag sind die 84 Athleten und Athletinnen des DLV ohne Hottenrott nach Eugene in Oregon/USA gestartet (siehe auch Hintergrund).

Hottenrott ist zurückgeblieben. Nach mehrmonatiger Vorbereitung auf den WM-Lauf fällt es der Läuferin nun schwer, einfach weiterzumachen: „Selbst die Treppe ist jetzt ein Problem. Während manche Infektionen symptomfrei verlaufen, ist das bei mir anders, und ich fühle mich alles andere als fit“, sagt Hottenrott.

In den nächsten Wochen stehen daher auch weitere Lungenfunktionstests und andere Untersuchungen an, um hoffentlich ohne Nachwirkungen durch die Corona-Infektion zu kommen.

Für Hottenrott wäre der WM-Start auch aus privaten Gründen ein Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn gewesen: „Ich bin vor zehn Jahren zum Biologiestudium nach Portland gegangen, mein ehemaliger Trainer wollte mich vom Flughafen abholen.“

Auch deshalb fühlt sich die Kasselerin aktuell noch nicht in der Lage, ihre sportliche Zukunft zu planen. „Für die WM hatte ich mir viel vorgenommen, auch eine Bestzeit. Jetzt muss ich sehen, wie es weitergeht, zumal die Normen für internationale Wettkämpfe immer härter werden. Im Moment ist es schwierig, nach vorn zu schauen.“ (Martin Scholz)

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