Vom Football in den Startblock

Steven Müller startet bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft

Er will es anpacken: Der Kasseler Student Steven Müller kurz vor einer Trainingseinheit im Kasseler Auestadion. Foto: Koch

Kassel. Waschbären und Mäuse haben im Auestadion schon so einiges gesehen. Auch schnelle Läufe. Und zwar die von Steven Müller.

„Es ist schon erstaunlich, was sich im Auestadion so alles an Tieren tummelt, wenn man hier allein trainiert“, sagt der Kasseler Student, der bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft über 100 und 200 Meter an den Start gehen wird. „Manchmal sitzt auch eine Katze auf der Tribüne und schaut mir beim Training zu“, sagt der 25-Jährige, während er mit einem Zentimetermaß die Einstellungen an seinem Startblock vermisst.

Fünf Minuten braucht Müller von seiner Wohnung in der Südstadt bis ins Stadion, wo am 18. und 19. Juni die schnellsten Sprinter Deutschlands ihre Meister suchen. Meistens ist seit fast vier Jahren Müllers Trainer Otmar Velte an der Seite des Läufers. Und der hat einige Zeit gebraucht, um aus dem American Footballer Steven Müller einen deutschen Top-Sprinter zu machen. Heute ist der 51-Jährige stolz auf seinen Athleten: „Steven ist heute ein anderer. Früher hatte das Privatleben Vorrang. Heute gibt er alles für den Leistungssport“, sagt Velte.

„Otmar ist schon streng. Aber im positiven Sinne“, sagt Müller über seinen Trainer, an dessen Seite sich seit einiger Zeit Erfolge eingestellt haben. So ist Müller amtierender Deutscher Hochschulmeister über 100 und 200 Meter. Am vergangenen Wochenende wurde er zudem bei der Hessischen Meisterschaft Zweiter über 100 Meter in 10,76 Sekunden. Um so weit zu kommen, bedarf es vor allem großer Routine: „Am Abend gehe ich den Lauf noch einmal in Gedanken durch. Am Wettkampftag muss ich morgens auf alle Fälle duschen. Zwei Stunden vor dem Startschuss beginne ich mit meinem Aufwärmprogramm. Mit dem Gedanken, der Beste zu sein, gehe ich dann in den Startblock.“

So soll es auch am 18. und 19. Juni im Auestadion sein, wenn Müller über beide Sprintstrecken den Endlauf erreichen möchte. Weil der Student erst nach rund 60 Metern seine Höchstgeschwindigkeit erreicht, könnte es über 200 Meter im Idealfall noch etwas mehr werden. „Das Ziel für dieses Jahr ist eine Zeit unter 21 Sekunden“, gibt sich Müller selbstbewusst. Dass die wichtigsten Titelkämpfe in diesem Jahr vor seiner Haustür stattfinden, wertet Steven Müller dabei durchaus als Vorteil: „Ich rechne natürlich mit Unterstützung durch Freunde und Familie, aber schaffen muss ich das allein.“

Zur Person

Steven Müller (25) studiert in Kassel Maschinenbau auf Lehramt. Müllers Vater ist Amerikaner, deshalb spielte er früher American Football, bevor er zur Leichtathletik kam. Er startet für die LG Ovag Friedberg und lebt in der Kasseler Südstadt in unmittelbarer Nähe zum Auestadion. Müller ist amtierender Deutscher Hochschulmeister über 100 und 200 Meter. Seine Bestzeiten über 100 Meter (10,57 Sekunden) und 200 Meter (21,17 Sekunden) stammen aus dem Jahr 2015. Müller ist liiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.