Olympia kann kommen: Siebenkämpferin Carolin Schäfer starke Zweite in Ratingen

„Stolz und am Ende der Kräfte“

Jubel nach dem Speerwurf: Carolin Schäfer freut sich nach dem Speerwurf. Foto: dpa

Ratingen. Ihre Begeisterung ist förmlich greifbar: „Was ein Kracher-Siebenkampf! Am Ende wurden es 6476 Punkte und Platz 2 hinter Jessica Ennis-Hill“, schwärmt Carolin Schäfer in diesem Post bei Facebook. Dazu hatte die 24-Jährige auch allen Grund: Beim Siebenkampf-Meeting in Ratingen musste die Bad Wildungerin, die für den TV Friedrichstein startet, nur Olympiasiegerin und Weltmeisterin Jessica Ennis-Hill den Vortritt lassen. Die Britin gewann mit der zweitbesten Ratingen-Leistung der Geschichte nach Sabine Braun 1997 (6787) mit 6733 Punkten und sorgte mit persönlicher Weitsprung-Bestleistung von 6,63 m für den Höhepunkt.

Schäfer hat ihre 6557 Zähler von Götzis eindrucksvoll bestätigt und das Ticket zu den Olympischen Sommerspielen praktisch sicher. Als Dritte blieb die frühere Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser (Leverkusen) mit 6058 Punkten erneut unter der Olympia-Norm (6200). Schäfer kämpfte sich auf ihre Weise durch den von vielen Seiten als „Wasserschlacht“ bezeichneten Wettkampf. „Die Heizstrahler waren meine stetigen Begleiter“, kommentierte sie den permanenten Regen. Trotz allem war sie mit dem Samstag zufrieden. Denn: „Auf gute 100 Meter Hürden in 13,48 Sekunden folgten solide 1,75 Meter im Hochsprung. Eine neue Bestleistung konnte ich im Kugelstoßen verbuchen mit 14,56 Meter. Zum Abschluss lief ich noch gute 23,78 Sekunden über 200 Meter. Insgesamt ein guter erster Tag und wichtig, um Trainingshärte zu gewinnen.“

Doch es gab ja noch den Sonntag. „Der Tag war der Hammer“, schrieb sie bei Facebook. Erst 6,27 Meter im Weitsprung. Durchbruch der magischen 50-Meter-Grenze im Speerwurf – Bestleistung. Saisonbestleistung auch über 800 Meter in 2:16 Minuten. Deshalb lautete ihr Fazit nach dem Wettkampf: „Ich bin am Ende meiner Kräfte, aber unglaublich stolz auf mich, dem Wetter so getrotzt zu haben.“

Auch die deutschen Männer ließen aufhorchen: Während der einstige Dauerpatient Arthur Abele aus Ulm mit der Jahresweltbestleistung von 8605 Punkten siegte, stieg der WM-Dritte Rico Freimuth bereits am ersten Tag verletzt und unter Tränen aus. „Das ist so abartig krass, ich bin total geplättet“, sagte Abele, der trotz teils fürchterlicher Wetterbedingungen in die ewige Top 10 der deutschen Zehnkämpfer (Platz acht) stürmte und neun Jahre nach seinem Premierensieg zum zweiten Mal in Ratingen triumphierte. Der 29-Jährige, Vize-Europameister in der Halle, fing durch einen starken zweiten Tag sowie drei persönlichen Bestleistungen mit Kugel, Diskus und Speer den zur Halbzeit führenden Kazmirek noch ab, der mit 8323 Punkten Zweiter wurde und am Montag ebenfalls dem DOSB zur Olympia-Nominierung vorgeschlagen wird. (mis/sid)

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