Läufer Johannes Wennmacher ist nicht nur schnell, sondern auch Floristenmeister

Tulpen sind auf Platz eins

Gelaufen wird nach der Arbeit: Läufer Johannes Wennmacher im heimischen Familienbetrieb in Kassel. Foto: Malmus

kassel. Die Augen sollte man immer aufhalten. Nicht nur auf der Laufstrecke. „Selbst die Flechten und Pilze im Wald können ein schönes Bild abgeben“, sagt Johannes Wennmacher. Wennmacher mag die Natur auch, weil sie zu seinem Beruf gehört. Der 31-Jährige ist Floristenmeister und betreibt zusammen mit seinen Eltern ein Kasseler Blumenhaus. Bei seiner Arbeit mit den Blumen sind es vor allem die Tulpen, die es ihm angetan haben, „weil sie so beweglich sind“.

Damit er selbst beweglich und vor allem schnell bleibt, steht oft das Lauftraining nach der Arbeit an. Ausgezahlt hat sich das für Wennmacher im Mai beim Eon Kassel Marathon, wo er auf der Halbmarathonstrecke den Sieg holte. „Das war schon cool, als ich im Auestadion gemerkt habe, dass mir der Sieg nicht mehr zu nehmen ist.“

Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. „Ich habe eigentlich bis zum 14. Lebensjahr gar nicht viel Sport getrieben“, erinnert sich der 42-fache Hessenmeister. Nach dem Bundesjugendspielen sei er dann mal die 1000 Meter beim Heiligenröder Abendlauf mitgelaufen – und Dritter geworden. Dann ging es über Stationen bei der LG Baunatal/ACT Kassel und Fulda weiter bis zum PSV Grün-Weiß Kassel.

Dabei liege das Laufen gar nicht so richtig in seinen Genen, sagt Mutter Lia Wennmacher, die Anfang kommenden Jahres zusammen mit ihrem Mann Peter das Blumenhaus an der Eugen-Richter-Straße an ihren Sohn übergeben will. „Früher waren wir auch oft mit bei den Wettkämpfen, aber jetzt nur noch bei besonderen Anlässen“. Solch einer war der Frankfurter Marathon Ende Oktober, bei dem Sohn Johannes die 42,195 Kilometer lange Strecke in 2:34 Stunden bewältigte.

Danach war dann erstmal eine Pause fällig. Erst in diesen Tagen hat er das Training wieder richtig aufgenommen. Ein Start beim Kaufunger Silves-terlauf steht auf dem Programm, und im nächsten Jahr dann der Kasseler Marathon, wo Wennmacher aber erneut den vollen Marathon in Angriff nehmen will. Bis dahin wird der schnelle Florist allerdings noch so manche Runde durch die Wilhelmshöhe, Aue und Park Schönfeld gelaufen sein. Oder die langen Strecken an der Fulda entlang, wo ihn oft seine zukünftige Ehefrau auf dem Fahrrad begleitet. „Ich habe großes Glück, dass Julia für meinen Sport Verständnis hat, und auch schon mal an einem Sonntag um sieben oder acht Uhr aufsteht“, freut sich Wennmacher über die private Unterstützung.

Viel mehr Ziele will sich Johannes Wennmacher für das kommende Jahr aber nicht setzen. „Mit Topläufern wie Arne Gabius kann ich mich ohnehin nicht vergleichen, und Hessentitel habe ich bereits ausreichend.“

Von Martin Scholz

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