Leichtathletik: Florian Orth schnellster Deutscher in der Halle über 1500 und 3000 m

Umarmung für den Meister

Glücklich im Ziel: Florian Orth wird nach dem Sieg über 1500 Meter von Freundin Maren Kock, Siegerin über 1500 Meter der Frauen, umarmt. Foto: dpa

Kassel. Einer räumte gleich zweimal Gold ab, andere verpassten das Podest nur knapp oder hatten gar richtig Pech. Die heimischen Leichtathleten gingen bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft in Leipzig durch ein Wechselbad der Gefühle.

Der Abräumer

Ist Florian Orth. Der Mittelstreckler, der gebürtig aus Treysa stammt und für die LG Regensburg startet, wurde seiner Favoritenrolle einmal mehr gerecht. War er im vergangenen Jahr noch zweimal Zweiter geworden, hieß es nun: zweimal Erster. Zunächst siegte der 27-Jährige am Samstag über 3000 Meter in einer Zeit von 8:07,39 Minuten vor Timo Benitz (Nordschwarzwald/ 8:08,32). Gestern ließ er dann der Konkurrenz über 1500 Meter keine Chance und überquerte nach 3:51,20 Minuten die Ziellinie.

Beide Male ging die Taktik des Zahnarztes, der in der elterlichen Praxis in Treysa mitarbeitet, voll auf. „Klar, ich wollte vorn mitlaufen. Aber die Rennen waren keine Selbstläufer. Umso schöner, dass es geklappt hat. Der Titel über 3000 Meter am Samstag war besonders, weil es mein erster Titel über diese Distanz in der Halle ist. Der Titel über 1500 Meter ist besonders, weil meine Freundin und ich innerhalb von 20 Minuten beide gewonnen haben. Das war eine schöne Krönung.“

Orth hatte fünf Runden vor dem Ende das Tempo angezogen und einen knappen Vorsprung ins Ziel gebracht. Der verdiente Lohn im Ziel: eine Umarmung und Küsschen von Freundin Maren Kock, die zuvor ebenfalls Deutsche Hallenmeisterin über 1500 Meter geworden war. „Auch wenn letztlich nach der Hallensaison niemand mehr kräht: Solch ein Ergebnis zeigt mir, dass ich im Training auf dem richtigen Weg bin. Es gibt Motivation für den Weg nach Rio de Janeiro.“ Dort finden im August die Olympischen Spiele statt.

Die Glückskinder

Gab’s einige. Über 400 m holte Frederike Hogrebe aus Padberg Bronze (54,32 Sekunden), Vierte wurde die Kasselerin Julia Schaefers (54,41). Beide starten ebenso wie Lena Menzel für Bayer Leverkusen. Über 4x200 m wurden sie zudem Fünfte (1:37,83). Nicht zu stoppen war das Frauen-Quartett des TV Wattenscheid mit der früheren Baunatalerin Pamela Dutkiewicz, das Gold gewann (1:35,31 Minuten). Hochspringerin Ariane Friedrich, aufgewachsen in Helsa-St.Ottilien, überquerte 1,86 Meter. Das bedeutete ebenfalls Bronze hinter Siegerin Marie-Laurence Jungfleisch (Stuttgart/ 1,95 m) und Katarina Mögenburg (Leverkusen/1,86 m).

Die Pechvögel

Heißen bei den Läufern Steven Müller und Dutkiewicz. Die Zweite des Vorjahres über 60 Meter Hürden erreichte zwar locker das Finale. Doch nach einem Fehlstart wurde sie disqualifiziert. Ähnlich erging es Müller. Der Kasseler Student, der für die LG Friedberg-Fauerbach startet, stellte im Vorlauf gar eine persönliche Bestzeit über 200 m auf – doch die 21:17 Sekunden zählten nicht, denn er wurde wegen Übertreten der Linie aus dem Wettbewerb genommen.

Weitspringerin Xenia Stolz aus Ziegenhain (Wiesbadener LV) landete bei 6,41 Meter – damit fehlte ihr exakt ein Zentimeter auf Bronze. • Und außerdem: Daniel Hundt (Niederbeisheim/LG München) 26. über 60 m, Müller 36., Lena Menzel (Grebenstein/Bayer Leverkusen) Achte über 800 m

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