Vanessa Grimm wird deutsche Jugendmeisterin im Siebenkampf

Wurfkraft, Sprungkraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Technik: Die Siebenkampf ist die Königsdisziplin der Leichtathletik. Schon im Laufe des Jahres zeigte Vanessa Grimm, dass sie in allen Disziplinen gut in Form ist, wie unsere Fotoauswahl zeigt. Am Sonntag krönte sie ihre Leistung mit der Deutschen Jugendmeisterschaft

19-Jährige Hofgeismarerin deklassiert bei den Titelkämpfen die Konkurrenz

Kienbaum Der historische Erfolg ist perfekt - Vanessa Grimm (TSG Hofgeismar) holte bei den Mehrkampfmeisterschaften in Kienbaum den ersten Deutschen Jugendmeistertitel in der Geschichte der LG Reinhardswald.

Mit 5538 Punkten deklassierte Grimm im Siebenkampf der weiblichen Jugend U20 die Konkurrenz und holte die Goldmedaille mit über 400 Punkten Vorsprung. Auch die B-Kadernorm des deutschen Leichtathletikverbandes überbot sie deutlich.

Mit einer Bestleistung von 5309 Punkten war Grimm als Mitfavoritin in den Wettkampf gegangen, aber mit der Glanzvorstellung, die sie im Bundesleistungszentrum Kienbaum bei Berlin bot, überraschte sie alle.

Gleich der Auftakt im Hürdensprint lief nach Maß. In früheren Wettkämpfen handelte sich Grimm hier meist riesige Rückstände auf die Konkurrenz ein. In den letzten Monaten hat sie mit Landestrainer Philipp Schlesinger aber hart an ihrer Hürdentechnik gearbeitet und das zahlte sich aus. In 14,91 Sekunden lief sie als Sechste ins Ziel, zu ihrer Hauptkonkurrentin, Folke Woche (TSV Fahrdorf), fehlten nur 40 Punkte.

Die erste Glanzleistung zeigte Grimm im Hochsprung. Sie floppte über 1,71 Meter und steigerte den seit 36 Jahren gemeinsam von Margit Zettl und Birgit Seidel (beide TSG Hofgeismar) gehaltenen Kreisrekord um drei Zentimeter. Sie übernahm die Führung, die sie bis zum Ende des Wettkampfs nicht mehr abgeben sollte.

Im Kugelstoßen, ihrer früheren Zitterdisziplin, hat Grimm die Zwölf-Meter-Marke inzwischen sicher im Griff und wuchtete die vier Kilogramm schwere Kugel auf die Tagesbestweite von 12,26 Metern. Nach guten Trainingsleistungen hatte sie sich hier sogar etwas mehr erwartet.

In ihrer Paradedisziplin, dem 200-Meter-Lauf, brummte sie der Konkurrenz bei böigem Gegenwind in 25,05 Sekunden fast eine Sekunde Rückstand auf und konnte mit einem beruhigenden Punktepolster in den zweiten Tag gehen.

Im Weitsprung knüpfte Grimm nahtlos an die Topleistungen des Vortags an. 5,68 Meter waren die beste Weite, die sie je in einem Mehrkampf erzielt hatte und der nächste Disziplinsieg.

Im Speerwurf überbot sie nach einer kurzen Zitterpartie mit zwei Würfen um die 37 Meter mit 42,27 Metern als einzige Teilnehmerin die 40-Meter-Marke.

Im abschließenden 800-Meter-Lauf hätte es Grimm angesichts des sicheren Sieges ruhig angehen lassen können, doch die Traummarke von 5500 Punkten lockte. Sie gab im Alleingang noch einmal alles und nach 2:22,24 Minuten durfte sie über die Goldmedaille und 5538 Punkte jubeln. (zah)

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