Sportereignis 500 Meter unter der Erde

Langer Atem unter Tage: Kristallmarathon im Erlebnisbergwerk Merkers

+
Die Ausbacher Alt-Herrenfußballer mit von links Sebastian Lotz, Marc Güth, Björn Budesheim, Christian Kraus, Stefan Brandenstein vom Kreisoberligisten ESV Hönebach, Michelle Deiseroth, Andreas Kutrieb, Manuel Appel und André Hoffmann vor dem Start. 

Merkers. Das Steigerlied als Begleitmusik beim Start - wer den Lauf unter Tage mitmacht, dem ist ein besonderes Erlebnis sicher.

500 Meter unter der Erdoberfläche ist es angenehm warm. Während oben ein eisiger Wind über die Werrawiesen fegt, werden im Großbunker des Erlebnisbergwerks in Merkers 22 Grad gemessen. Der Geräuschpegel ist hoch. 661 Läufer warten ungeduldig auf ihren Start.

Die Alt-Herrenfußballer des TSV Ausbach treffen letzte Vorbereitungen. Der Fahrradhelm? Sitzt! Die Stirnlampen leuchten. Noch einmal den Schuh binden - alles klar.

„Wir treffen uns sonst immer beim Lollslauf. Diesmal wollten wir etwas anderes machen. Der Kristallmarathon ist bei uns gerade um die Ecke. Weil kurz nach dem Lollslauf noch einige Startplätze frei waren, haben wir die Chance beim Schopf gepackt“, erzählt André Hoffmann die Vorgeschichte.

Hoffmann selbst ist Marathonläufer. Seine Bestzeit (3:30 Stunden) hat er in Frankfurt aufgestellt. Fünf aus dieser Läufergruppe arbeiten auch bei Kali + Salz, drei sogar unter Tage. „Training für diesen Eventlauf ist aber nicht möglich“, sagt Sebastian Lotz.

Dreimal kommen die Zehn-Kilometer-Läufer am Großbunker vorbei. Hier wurde vor dem Start eine Lasershow an die Decke und an die Wände geworfen, und hier wurden nach dem Zieleinlauf auch die besten Athleten geehrt.

Kurz vor dem Start versetzt der Veranstalter, der TV Barchfeld, die Läufer noch einmal richtig in Stimmung. Zur Rockmusik wird eine gigantische Lasershow an die Decke des unterirdischen Doms gezaubert. Fast alle Teilnehmer halten die Handys zum Filmen hoch. Dann wird das Steigerlied angespielt, ehe der Startschuss fällt.

Die Strecke, die dreimal durchlaufen werden muss, führt 3,25 Kilometer durch das Stollenlabyrinth des Erlebnisbergwerks. Es geht bergauf und bergab - auf der gesamten Strecke sind rund 170 Höhenmeter zu bewältigen. „Das ist ganz schön anstrengend“, sagt Marc Güth. Trotz Wärme und salzhaltiger Luft läuft es bei dem Ausbacher Co-Trainer aber bestens.

Einer hat von Beginn an die Führung in dieser Gruppe übernommen: Christian Kraus. Während bei seinen Kollegen die Kräfte von Runde zu Runde ein wenig nachlassen, wird Kraus, der für Herfa kickt, schneller. 14:26 Minute nach der ersten Runde, 13:21 für die zweite, 13:26 nach einigen energischen Zwischenspurts für die dritte. Mit seiner Gesamtzeit von 41:13 min darf er sich die Urkunde für den dritten Platz in seiner Altersklasse Ü 35 abholen.

Und damit liegt Kraus noch etwas unter der Zeit von Carmen Seitz-Adam aus Wehrshausen, die Siegerin bei den Frauen wird. „Es ist noch etwas besser geworden als im letzten Jahr“, sagt sie und lächelt. Keine Frage: Sie wird auch im nächsten Jahr wieder starten. Genauso wie die Ausbacher Fußballer.

Von Hartmut Wenzel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.