„Zufrieden, weil ich angekommen bin" - Fußballer Pakura stellt sich Marathon

DanielPakura

Frankenberg. Als die Fußballer des TSV Bottendorf am Sonntag auf dem Sportplatz standen, war Daniel Pakura längst fertig mit seinem Sportprogramm.

Der 34-jährige Bottendorfer, der schon seit elf Jahren seine Fußballschuhe für den TSV schnürt, hat sich dem Frankfurt-Marathon gestellt, seinem ersten. Seine Zeit: 3:43:20 Stunden.

Herr Pakura, wie geht’s Ihnen? Schon Muskelkater? 

Daniel Pakura: Den habe ich tatsächlich. Jetzt ist erst einmal Regenartion angesagt. So ein langer Lauf ist ja auch nicht so gesund für die Knochen.

3:43:20 Stunden - sind Sie mit Ihrer Zeit zufrieden? 

Pakura: Ich bin zufrieden, weil ich angekommen bin. Insgeheim habe ich aber auf eine bessere Zeit gehofft. Bis Kilometer 35 lag ich auch ganz gut auf Kurs, da hätte ich die 3:33 Stunden schaffen können. Auf den letzten acht Kilometern bin ich aber eingebrochen und habe sicherlich neun Minuten verloren.

Wann haben Sie beschlossen, einen Marathon zu laufen? 

Pakura: Ich bin einen Halbmarathon beim Waldeck-Frankenberger Laufcup mitgelaufen. Danach habe ich mit zwei Kollegen - Christian König und Ralf Wenzel - beschlossen, dieses Jahr auch noch einen Marathon zu laufen. Und dann haben wir das Abenteuer auf uns genommen.

Haben Sie sich nach einem Trainingsplan vorbereitet? 

Pakura: Ja. Wir haben uns gemeinsam zu dritt circa drei Monate lang vorbereitet. In der Woche spult man so 60 bis 100 Kilometer ab. Die langen Läufe, 28 bis 33 Kilometer, standen am Wochenende an.

Sind Sie auch den Marathon zusammen gelaufen? 

Pakura: Bis Kilometer 33 sind wir zusammen geblieben, dann hat sich Ralf abgesetzt.

Hat es Sie geärgert, dass er fast 15 Minuten schneller war. 

Pakura: Nein, er hat meinen allerhöchsten Respekt. Er trainiert seit circa 15 Jahren, hat also eine sehr gute Grundlage. Das kann ich nicht in einem halben Jahr aufholen.

Als Fußballer kommt’s ja eher auf die Spritzigkeit an. Hatten Sie das Gefühl, dass Sie auf dem Platz langsamer geworden sind, weil Sie für die Langstrecke trainiert haben? 

Pakura: Das kann ich nicht behaupten, oder ich habe es nicht gemerkt. Ich bin Ende 2014 beim Fußball kürzer getreten. Ich wollte in der Ersten nur noch aushelfen, habe hauptsächlich in der Zweiten gespielt. Fußball und Marathon lassen sich nämlich nicht so gut unter einen Hut bringen. Ich habe deswegen auch nur noch am Wochenende gespielt, bin aber nicht mehr zum Training gegangen.

Und was haben Ihre Fußballkollegen dazu gesagt? 

Pakura: Die hatten Respekt. Es war keiner böse - auch nicht, dass ich am Sonntag nicht dabei war. Sie haben alle mitgefiebert, das macht einen stolz.

Wann folgt der nächste Marathon? 

Pakura: Meine Frau möchte nächstes Jahr zum Musical nach Hamburg - das könnte man ja verbinden. Ich will auf jeden Fall noch einmal meine Zeit verbessern. Ich weiß, dass da noch was drin ist.

Also kehren Sie dem Fußball jetzt den Rücken? 

Pakura: Meine Faszination gilt nach wie vor den Ballsportarten. Ein Marathon im Jahr reicht mir.

Sie spielen am Wochenende also wieder Fußball? 

Pakura: Auf jeden Fall. Wir müssen mit der Zweiten Punkte holen, ich würde gern helfen, die Klasse zu halten.

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