Leichtathletik: Carolin Schäfer und Florian Orth erfüllen Norm für Olympische Spiele

Zwei Nordhessen für Rio

Der ganz große Wurf: Siebenkämpferin Carolin Schäfer schafft in Götzis persönliche Bestleistung. Foto:  dpa

Kassel. Zweimal persönliche Bestleistung, zweimal die Norm für Rio de Janeiro erfüllt – welch ein Wochenende für die nordhessische Leichtathletik. Sowohl Siebenkämpferin Carolin Schäfer aus Bad Wildungen als auch Mittelstrecken-Ass Florian Orth aus Treysa können für die Olympischen Spiele (5. bis 21. August) planen. Ein Überblick:

Dritte in Götzis

So kann man mal in die Saison starten. „Ich bin überglücklich. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“, sagte Carolin Schäfer nach ihrem dritten Platz beim Traditionsmeeting im österreichischen Götzis. Die 24-Jährige vom TV Friedrichstein kam auf zuvor nie erreichte 6557 Punkte und blieb damit deutlich über den vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderten 6200 Zählern. Mit anderen Worten: Schäfer knackte die Norm für Rio.

Wie im Vorjahr gewann die kanadische WM-Zweite Brianne Theisen-Eaton mit 6765 Punkten. Zweite wurde Laura Ikauniece-Admidina mit 6622.

Schäfer sprach von zwei „supergeilen Tagen. Es war ein toller Wettkampf. Ich habe alles aus mir rausgeholt. Ich bin einfach nur happy“, sagte die Polizeikommissarin. Auch die Frankfurterin Claudia Rath schaffte als Siebte mit 6290 Punkten die Olympia-Norm. Jennifer Oeser aus Leverkusen (12. mit 6171) und Lilli Schwarzkopf kämpfen Ende Juni beim zweiten Qualifikationswettkampf in Ratingen noch um einen der drei deutschen Startplätze. Schwarzkopf, die Olympia-Zweite von London 2012, kam mit 6088 Zählern nur auf Rang 14.

Zweiter in OORDEGEM

Im belgischen Ort Oordegem hat Florian Orth fast immer gute Erfahrungen gemacht. Dort lief der 26-Jährige aus Treysa seine Bestzeit über 1500 Meter. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was dem Läufer von der LG Regensburg dieses Mal gelang. Beim IFAM-Meeting hat der Zahnarzt über 5000 Meter seine Bestzeit um fast 18 Sekunden auf 13:23,67 Minuten gesteigert und den zweiten Platz erreicht – und überdies 13:25,00 Minuten unterboten. Diese Zeit ist für einen Start in Rio gefordert.

Logisch, dass er mehr als zufrieden war. „Ich wollte die Norm angreifen. Ich wusste, dass ich die Zeit draufhabe. Ich hatte vor dem Wettkampf ein richtig gutes Gefühl“, sagt Orth. Nun sei er überglücklich und vor allem erleichtert. Denn einige Wochen zuvor bei einem Wettkampf in den USA scheiterte er noch an der eigenen Nervosität. Da sei er zu ungeduldig gewesen, erklärt Orth. In Oordegem hingegen habe er sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, obwohl das Rennen für die anvisierte Zeit eigentlich zu langsam verlief. „Das war ein Bummelzug. Ich habe darauf vertraut, dass ich hintenraus noch zulegen kann.“

Druck abgefallen

Er konnte. Und jetzt „ist eine Menge Druck von mir abgefallen“, sagt Orth. Auf den nächsten Höhepunkt freut er sich schon, nämlich auf die Deutsche Meisterschaft in Kassel am 18. und 19. Juni. „Das wird ein Heimspiel.“ Ob er dann über die 5000 oder über die 1500 Meter an den Start gehen wird, ließ Orth erst mal noch offen. (lip/zct/dpa)

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