Schwimmabteilung des TSV Korbach steht derzeit vor einer ungewissen Zukunft

Leiter und Trainer gesucht

Mit dem Kilianspokal richteten die Schwimmer des TSV Korbach jahrelang einen beliebten Wettkampf aus. Ob es beim Großverein weiter eine Schwimmabteilung gibt, ist noch offen. Archivfoto: zmp

Korbach. Ein Sportverein mit 3000 Mitgliedern, aber keine Schwimmabteilung? Das könnte dem TSV Korbach blühen. Denn wenn im März nach der Sanierung das Hallenbad in der Kreisstadt wieder eröffnet wird, ist es noch ungewiss, ob der Großverein seine Schwimmsparte wieder ins Leben rufen kann. Derzeit gibt es weder Abteilungsleiter noch Trainer.

„Eine Schwimmabteilung ist ganz wichtig für den Verein“, unterstreicht TSV-Vorsitzender Andreas Boltner die Bedeutung der Kernsportart. Zusammen mit Geschäftsführer Werner Bitzer versucht der Rechtsanwalt, Nachfolger für Jürgen Luther und Jörg Thiele zu finden, die jahrelang als Funktionäre und Trainer den Schwimmern zur Verfügung standen.

„Schwimmen und Wasserball waren in Korbach lange Jahre eine große Nummer“, ruft Bitzer die Erfolge der Vergangenheit in Erinnerung, zumal das Schwimmen im TSV eine lange Tradition hat. Schon 1926 wurde im damaligen Stammverein TV Korbach eine Abteilung ins Leben gerufen. Doch Bitzer weiß: „Uns fehlen derzeit die Leute.“

Mit dem Beginn der Sanierung des Hallenbades ruhte die Arbeit der Schwimmabteilung, Luther und Thiele wollten kürzer treten. Beide waren seit Anfang der 90er Jahre bei den Wasserfreunden aktiv - dort waren die überregional erfolgreichen Wasserballer beheimatet. 1999 schlossen sich die Wasserfreunde und die Schwimmabteilung zusammen, Luther wurde Vorsitzender und trainierte zusammen mit Thiele den Schwimmnachwuchs. In Spitzenzeiten waren bei den TSV-Schwimmern 120 Sportler aktiv. „Die Hauptlast der Arbeit lag fast 20 Jahre lang auf den beiden“, lobt Bitzer die Arbeit von Luther und Thiele.

„Wir sahen in der Schließung des Hallenbades die richtige Möglichkeit, uns zurückzuziehen“, so Luther. „Wir hoffen, dass sich Leute finden, die mit neuen Ideen einen Neuaufbau vorantreiben können.“ Dieser hätte auch ohne die Sanierung des Hallenbades kommen müssen. Denn mit der Einführung der verkürzten Gymnasialzeit hatte besonders die Schwimmabteilung zu kämpfen. Viele junge Schwimmer konnten den Trainingsaufwand nicht mehr leisten. „Um bei Bezirksmeisterschaften konkurrenzfähig zu sein, muss man mindestens drei Mal die Woche trainieren“, so der 48-Jährige, der früher selber aktiv schwamm und Wasserball spielte. „Leider mussten wir erkennen, dass das in Korbach nicht mehr ging.“ Zuletzt waren noch knapp 60 aktive Sportler dabei - die wenigsten allerdings leistungsorientiert.

„Das Potenzial für eine Schwimmabteilung ist vorhanden“, ist Luther, der sich als zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins weiter für den TSV engagiert, überzeugt. Dennoch hält er an seinem Rückzug fest – selbst wenn sich kein Nachfolger finden sollte.

„Ich kann es mir persönlich nicht vorstellen, erneut bei Null anzufangen und die Abteilung neu aufzubauen.“ Dabei betont er, dass ihm die Sparte wichtig ist. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen TSV Korbach ohne Schwimmabteilung geben kann.“ Nach einer kurzen Pause fügt er aber hinzu: „Vielleicht werden wir das so erleben.“ Fotos:  Archiv/nh

Von Thorsten Spohr

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