Sinkende Inzidenz sorgt für Hoffnung

MT Melsungen und KSV Hessen: Letztes Heimspiel vor 100 Fans?

Zuschauer im Auestadion
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Bild aus dem vergangenen Jahr: Zuschauer im Auestadion am 24. Oktober 2020 beim Heimspiel des KSV gegen Mainz II.

Die Corona-Inzidenzzahlen sinken. Das ist ohnehin ein gutes Zeichen. Beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen und beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel entsteht da neben der Freude über die sich bessernde Lage noch ein weiteres Gefühl: Hoffnung.

Kassel – Hoffnung auf eine Rückkehr der Fans in die Rothenbach-Halle, ins Auestadion. Auf ein Ende der Geisterspiel-Monate.

Während die MT noch bis zum 27. Juni aktiv ist und das letzte Heimspiel – ein ganz wichtiges – am 23. Juni gegen die Füchse Berlin bestreiten wird, steht der letzte Auftritt der Löwen in dieser Saison im Auestadion bereits am kommenden Samstag gegen Ulm an. Wir haben uns umgehört – bei der Stadt, den Melsungern und dem KSV.

Das sagt die Stadt

Vieles ist im Wagen. Auch deswegen gibt es von der Stadt Kassel noch keine klare Aussage, was eine Rückkehr der Zuschauer betrifft. Die Inzidenz lag in Kassel gestern bei 59,9 – unter 100, aber über 50, was für weitere Lockerungen entscheidend ist. Mindestens bis Mittwoch gelten die Bestimmungen der bundesweiten Corona-Notbremse. Sollte die Inzidenz bis dahin weiter unter 100 liegen, würde die erste Lockerungsstufe greifen. Bis zur zweiten Stufe müsste die Inzidenz dann entweder 14 Tage am Stück unter 100 bleiben oder fünf Tage unter 50. Heißt: Bis zum kommenden Wochenende wird Kassel maximal die erste Lockerungsstufe erreichen.

Diese sieht zumindest für Veranstaltungen an der frischen Luft vor, dass bis zu 100 Zuschauer erlaubt sind – unter Auflagen. Natürlich muss die Abstandsregel beachtet werden, Fans müssen Masken tragen, einen aktuellen Negativtest vorweisen und Kontaktnachweise hinterlassen. Für Veranstaltungen in der Halle sind erst ab Lockerungsstufe zwei 100 Zuschauer unter denselben Bedingungen erlaubt.

Aber: Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadt Kassel es den Klubs möglich gemacht, mit entsprechenden Hygienekonzepten mehr Zuschauer zuzulassen. In den kommenden Tagen soll es Gespräche mit der Landesregierung über eine Vereinheitlichung geben, da in anderen Städten, wo die Inzidenz schon länger unter 100 liegt, bereits Zuschauer zugelassen wurden. Claas Michaelis, Pressesprecher der Stadt, sagte gestern: „Derzeit gibt es noch laufende Abstimmungsprozesse.“

Das sagt die MT

Vor Zuschauern spielt die MT am Donnerstag, denn beim Final Four in Hamburg sind 2000 Zuschauer erlaubt. In der Bundesliga hat Melsungen noch drei Heimspiele. Es scheint ausgeschlossen, dass am Sonntag gegen Wetzlar Fans dabei sein werden. „Das geht allein aus organisatorischer Sicht nicht“, sagt MT-Manager Axel Geerken. Der Verein stehe mit der Stadt in Kontakt. „Wir haben die Hoffnung, dass es in dieser Saison noch klappt, aber wir müssen die Inzidenzen im Blick behalten“, sagt er. Die weiteren Heimspiele sind gegen Hannover (17.6.) und Berlin (23.6.). Optimistisch zeigt sich Frank Bohmann, HBL-Geschäftsführer, aufgrund der bundesweit sinkenden Inzidenz: „Ich gehe davon aus, dass ab nächster Woche bei Spielen in jedem Bundesland Zuschauer dabei sind.“

Das sagt der KSV

„Ein Ausstand mit allen Fans wäre natürlich schöner. Aber das geht ja nicht“, sagt Daniel Bettermann, Vorstandsmitglied des KSV Hessen. Bei den Löwen wird derzeit mit 100 Zuschauern geplant. „Wir sind gerade dabei, etwas zusammenzustellen und wollen es organisatorisch möglich machen“, sagt Bettermann. Klar ist: Normalerweise lohnen sich Spiele mit weniger als 1000 Zuschauern finanziell nicht für den Verein. „Geisterspiele kosten Geld“, sagt Bettermann.

Dennoch: Der KSV möchte 100 Zuschauer dabei haben beim letzten Heimspiel. Klarheit wird es erst ab Mittwoch geben. Wie die Tickets dann – wahrscheinlich ab Donnerstag – vergeben werden, steht noch nicht fest. Aber es werden wohl nur Dauerkartbesitzer die Möglichkeit auf eine Karte bekommen. (Maximilian Bülau und Manuel Kopp)

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