„Nicht mit dem Kopf durch die Wand“

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Inklusion und Breitensport bleibt ihm wichtig: Winfried Aufenanger kurz vor dem Start des EAM Kassel Marathons 2018 im Feld der Handbiker.

Seit Sonntag steht fest, dass der EAM Kassel Marathon in diesem Jahr nicht in seiner gewohnten Form stattfinden kann. Wir sprachen mit Veranstaltungschef Winfried Aufenanger über die Absage und Perspektiven.

2019 waren Sie beim Marathon erkrankt. Dieses Jahr mussten Sie ihn absagen. Wie fühlt sich das an?

Ich bin zwiegespalten, weil mein Herz an dieser Veranstaltung hängt. Aber das Verantwortungsgefühl für die Gesundheit der Menschen nimmt einen Großteil dieser Traurigkeit wieder weg.

Was hat letzten Endes die Entscheidung ausgelöst?

An uns wären Forderungen gestellt worden, die wir einfach nicht erfüllen können. Zudem sind wir in Sachen Corona weit vom Normalzustand entfernt. Wegen eines weiteren Ausbruchs mit Kassel in die Schlagzeilen zu geraten, ist für mich undenkbar. Man kann bei diesem ernsten Thema nicht mit dem Kopf durch die Wand.

Wie viele Starter sind von der Absage betroffen?

Es sind knapp 2000, also weit weniger als sonst zu diesem Zeitpunkt. Natürlich sind kaum noch Anmeldungen dazugekommen, als die Probleme von Großveranstaltungen im Frühjahr bekannt wurden.

Bekommen die Läufer jetzt ihre Teilnehmergebühr zurück?

Wir haben alle angeschrieben. Wir erstatten auf Wunsch die Gebühr zurück. Zudem kann man die Gebühr oder auch einen Teil davon spenden.

Die Absage steht seit Sonntagmittag auf der Marathon-Homepage. Wie waren die ersten Reaktionen?

Überaus positiv. Bisher fordern wenige Teilnehmer ihre Gebühr zurück.

Drohen jetzt Finanzprobleme?

Nein, die gibt es nicht. Natürlich besprechen wir gerade mit den Sponsoren, dass wir nicht alle vertraglich fixierten Zusagen einhalten können. Der Titelsponsor EAM hat bereits zugesagt, uns weiter zu unterstützen. Details dazu geben wir am Wochenende bekannt.

Sie hatten zuletzt 715 Teilnehmer bei einem virtuellen Lauf. Wie soll das am 20. September aussehen?

Wir werden in virtueller Form Marathon, Halbmarathon, 10 und 5 Kilometer oder auch Strecken der eigenen Wahl laufen lassen. Natürlich gilt das auch für Walker und Handbiker. Der Inklusionsgedanke in Hinblick auf Menschen mit Behinderung bleibt im Fokus. Jeder kann am 20. September starten, wo er will.

Und jeder bekommt dann auch eine Medaille?

Die sind bereits gekauft. Wir müssen noch logistische Probleme mit der Versendung lösen und hoffen auch hier auf die Unterstützung unserer Sponsoren. Auf alle Fälle gibt es Urkunden.

Und der Mini-Marathon?

Das wird schwierig, weil ja auch der normale Schulbetrieb und unsere Kooperation mit den Lehrern in den vergangenen Monaten auf Eis lag. Vielleicht können die Kinder und Jugendlichen einen 5-Kilometer-Lauf absolvieren. Gerade weil die Anmeldung bisher verstärkt über die Schulen und Lehrer lief, müsssen wir dazu aber noch einige Dinge abklären.

Was wollen Sie in den nächsten 14 Monaten machen, um die nordhessische Laufgemeinde bei Laune zu halten?

Natürlich kann man in unseren Stützpunkten weiter trainieren. Und ich möchte zeitnah einen Straßenlauf über 10 Kilometer anbieten. Außerdem bietet das Laufteam Kassel einen Lauftreff im Habichtswald an.

Der nächste Marathon ist vom 17. bis 19. September 2021 geplant. Ab wann kann man sich anmelden?

Voraussichtlich ab dem kommenden Wochenende.

Mehr unter

kassel-marathon.de

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