Eder, Fulda und Losse als blaue Linie

Allein im Ziel: Nicole Ramus vom TSV Geismar. Foto: kLAUS RAMUS/nh

Vier Beispiele von Menschen, die ihren eigenen Marathon zu Hause absolvieren

Gerade Massenveranstaltungen wie die Marathonläufe sind seit Wochen und wohl noch bis in den Herbst vom Coronavirus betroffen. Teilweise sind gleich zehntausende von Sportlern auf einen Schlag betroffen, wenn Läufe wie die in Hannover (26. April) oder Hamburg (19. April) ausfallen. Die Veranstalter sind inzwischen dazu übergegangen, sogenannte „virtual runs“ ins Leben zu rufen, bei denen Läufer ihren Wettkampf allein auf heimischen Strecken betreiben. Aus der Region kommen hier vier Beispiele, wie sich ein Marathon auch außerhalb von Hannover und Hamburg laufen lässt:

Nicole Ramus (49):Die Versicherungsfachfrau vom TSV Geismar im Schwalm-Eder-Kreis wollte beim Hamburger Marathon starten. „Als vor ein paar Wochen die Absage kam, war für mich schnell klar, dass ich trotzdem laufen werde. Statt der blauen Ideallinie durch die Stadt, war unsere Eder dann mein blaues Band. Vom Veranstalter hatten alle die Startnummer 19420 bekommen, also das Datum der Veranstaltung. Als meine Eltern hörten, dass ich drei Liter Wasser mitnehmen müsste, haben sie an der von mir vermessenen Strecke die Versorgung übernommen. Und am Ende gab es in Geismar sogar noch ein Zielband.“ Susanne Grziwa (37) und Ines Hempel (36): Der 42-Kilometer-Lauf hatte für die beiden Kaufungerinnen mit Mindestabstand an der Königsalm in Nieste begonnen. Nach dem Start am Sonntag um 9 Uhr (wie es in Hannover gewesen wäre) ging es für die beiden Frauen – für Susanne Grziwa war es ihr erster Marathon – durch den Kaufunger Wald über den Zollstock zum Bilstein und zurück zum Kaufunger Lossetalstadion, wo die LG Kaufungen ein Zielbanner aufgehängt hatte. Musikalisch begleitet und mit Getränken und Snacks versorgt wurden die Läuferinnen von einem 15-köpfigen Versorgungstross. Thomas Reidick (59): Den Kasseler Kieferchirurgen Thomas Reidick führte sein Hannover-Ersatzmarathin von Vellmar an der Ahne und Fulda entlang bis nach Bergshausen und zurück. Unterwegs traf Reidick noch fünf weitere Hannover-Marathonläufer, die zeitgleich unterwegs waren. Unterstützt wurde der Marathon-Profi des PSV Grün-Weiß Kassel, der nach 3:29:54 Stunden ins Ziel lief, von seiner Frau Susanne Franke-Reidick „der besten Marathon-Betreuerin der Welt“. Die Belohnung für die Strapazen wartete dann in der heimischen Wohnung, da die Veranstalter die Medaille bereits vorab zugesandt hatten. Benjamin und Lisa Vinzens (beide 39): „Wir sind nach der Absage des Hamburg-Marathons erst einmal in ein Motivationsloch gefallen“, sagt Benjamin Vinzens. Der Maschinenbautechniker aus Hebel im Schwalm-Eder-Kreis und seine Frau Lisa haben sich dann aber dem Veranstaltermotto #runyourownblueline angeschlossen und den Lauf allein absolviert. Während Lisa zusammen mit ihrer Freundin Susanne Dettmer aus Homberg einen rund rund 44 Kilometer langen und hügeligen Landschaftslauf absolvierte, lief Vinzens vier flache Runden rund um Wabern und war nach 3:37 Stunden im Ziel.

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