Sieger der Indoor Challenge Cancun

Maurice Herwig gewinnt Triathlon der virtuellen Art

+
Ein besonderer Wettkampf: Maurice Herwig vom KSV Baunatal schwamm, lief und fuhr schneller als seine Kontrahenten bei der virtuellen Indoor Challenge Cancun.

„Er ist in Topform“, sagte Martin Busch, Trainer des KSV Baunatal, schon vor Wochen über Triathlet Maurice Herwig. Aufgrund der Corona-Pandemie kann der Sportler dies zwar derzeit nicht bei klassischen Wettbewerben beweisen, dafür macht er dies aber in virtuellen Wettkämpfen. So wie bei der Indoor Challenge Cancun. Den mexikanischen Triathlon gewann er – quasi von zu Hause aus.

Eigentlich wollte Herwig am realen Wettkampf in Mexiko teilnehmen. Da dieser nun aber in den Oktober verschoben wurde, gab es ein virtuellen Ersatz-Triathlon. Die Sportler konnten in dem Zeitfenster von Samstag ab 7 Uhr bis Sonntag 23.59 Uhr (mexikanischer Zeit) die drei Disziplinen absolvieren – egal wann, egal in welcher Reihenfolge.

„Das war mal etwas Anderes“, sagt Herwig, der am Samstag mit dem Laufen begann – normalerweise die letzte Sportart. Für den KSV-Triathleten war das aber ein guter Test, schließlich wollte er im März bei der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon sowieso mal diese Distanz bewältigen – ohne vorher zu schwimmen und Rad zu fahren. Diese fiel aber raus. So lief er nun in seiner Heimat in der Nähe von Eschwege, begleitet von seinem Opa auf dem Fahrrad, die 21,1 Kilometer. Und war von der starken Zeit selbst überrascht. Er benötigte lediglich 1:09:49 Stunde.

Am Sonntag ging es dann weiter mit dem Radfahren. Und auch das war besonders, denn es war ein Rennen im Rennen. Herwig nahm an der virtuellen Tour d’Energie teil, die normalerweise in Göttingen stattfindet. Bei dem Wettkampf auf der Online-Plattform Zwift startete er zu Hause auf der Rolle und vor dem Bildschirm. Im Rennen über 41 Kilometer gewann er die interne Wertung und fuhr dann alleine noch 49 Kilometer weiter. Schließlich benötigte er die 90 Kilometer, um sie bei der Challenge Cancun einzureichen. Nach 2:05:34 Stunden hatte er die Entfernung hinter sich.

Den Abschluss bildete schließlich das Schwimmen – sonst immer der Auftakt des Triathlons. In der Eder bei Brunslar ging er ins Wasser. Trainer Busch begleitete ihn im Kajak. Herwig schwamm mit der Strömung und hatte so die 1,9 Kilometer nach 20:30 Minuten geschafft. Insgesamt brauchte er für den Triathlon 3:35:47 Stunden. Kuriose Randgeschichte: Im Ziel retteten die beiden mit einem Kescher einen verletzten Reiher und gaben ihn bei der Storchenaufzuchtstation ab.

„Natürlich sind die Strecken, die die Sportler zurücklegten, nicht vergleichbar. Dennoch habe ich mich über den ersten Platz gefreut,“ sagte Herwig, da dies seine starke Leistung nicht schmälerte. Allgemein gefiel es ihm gut. „Es ist sogar etwas Wettkampfstimmung bei mir aufgekommen, auch wenn man es nicht mit einem normalen Triathlon vergleichen kann.“ Dennoch sind für ihn die virtuellen Rennen eine Motivationshilfe im Training.

Daher nimmt er zusammen mit seinen Teamkollegen vom KSV auch an einer virtuellen Radrenn-Serie teil, bei der derzeit 35 Klubs der 1. und 2. Triathlon-Bundesliga jeden Sonntag starten. Beim ersten Auftritt für Herwig und den KSV belegten sie in der Gesamtwertung, in der die Platzierungen der drei besten Fahrer jedes Team eingehen, den zweiten Platz. In der Einzelwertung platzierten sich die Baunataler Hendrik Münstermann (13. Platz), Florian Drexler (32.), Dario Ernst (34.), Martin Wonke (53.), Timo Pippart (54.), Tim Himpelmann (73.) sowie Silas Schmitt (78.). Und Herwig? Der wurde Erster. Es läuft für ihn bei den virtuellen Rennen halt sehr gut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.