Der Lehrling wird zum Trainer

Maximilian Beyer erlangt den vierten Rang des schwarzen Gürtels

Viel Einsatz: Bei der Kampfkunst des Taekwondo, wie hier auf unserem Symbolbild zu sehen, werden hauptsächlich Beintechniken eingesetzt. Archivfoto: Artur Worobiow/dpa
+
Viel Einsatz: Bei der Kampfkunst des Taekwondo, wie hier auf unserem Symbolbild zu sehen, werden hauptsächlich Beintechniken eingesetzt. Archivfoto: Artur Worobiow/dpa

Maximilian Beyer aus Neuerode ist ab sofort ein vollständig anerkannter Taekwondo-Lehrer und Träger des 4. Dan.

Schwebda ‒ Damit wird in der Sportart der vierte Rang des schwarzen Gürtels bezeichnet. Vor Kurzem legte Beyer die dafür nötige Prüfung in Schwebda unter Aufsicht von Meister Robert Borja ab.

Auch Spaziergänger staunten nicht schlecht, als sie vergangenen Samstagmorgen am Sportplatz in Schwebda vorbeikamen. Während der rund zweistündigen Prüfung, bei der auch immer mal wieder Pausen eingelegt wurden, zerschlug Prüfling Beyer unter anderem sieben Dachziegel mit der bloßen Hand. Das sieht man definitiv nicht jeden Tag.

Strenge Vorgaben

Dass er die Prüfung überhaupt im Freien absolvieren durfte, ist seinem Lehrmeister Robert Borja zu verdanken. Dieser führt die neu gegründete Taekwondo-Abteilung des TSV Grebendorf (wir berichteten) unter mehreren Auflagen. „Meine Vorgaben sind strenger als die der Regierung. Ich liebe Taekwondo, aber riskiere dafür nicht mein Leben. Ich bin 65 und dabei besteht ein Risiko“, sagte Borja damals im Gespräch.

Das bedeutet: Im Training dürfen maximal fünf Personen aus einem Haushalt anwesend sein, es wird auf Abstand trainiert. Eine Maske ist Pflicht und Kontakt tabu.

Diese strengen Richtlinien wurden größtenteils auch bei der Prüfung von Maximilian Beyer umgesetzt, teilt Borja in einer Pressemitteilung mit. Ein Übungspartner habe Beyer unter Einhaltung eines größeren Abstands Angriffssignale gegeben, auf die der Prüfling reagieren musste.

Anwesende trugen medizinische Masken, lediglich die Helfer verzichteten nach einem negativen Corona-Test auf diese, trugen aber zur Sicherheit Handschuhe.

Diese Umstände machten es Beyer schwierig, sich auf seine wichtige Prüfung vorzubereiten. Neben den Auflagen durch die Coronapandemie kam erschwerend hinzu, dass er in Jena arbeitet und studiert. Bei jeder freien Gelegenheit sei er aber in den Werra-Meißner-Kreis zurückgekehrt und habe trainiert, erklärt Borja.

Lob für Disziplin

Zudem lobt der Taekwondo-Meister die Selbstdisziplin und das Durchhaltevermögen seines Schülers. Bayer habe regelmäßig zu Hause trainiert und akribisch seinen Übungsplan verfolgt.

In der Prüfung selbst musste Beyer sein ganzes Können unter Beweis stellen. Abwehr- und Gegenangriffstechniken wurden ebenso geprüft wie das theoretische Wissen. Und: Der Student wurde zusätzlich auf seine Kenntnis der koreanischen Sprache und der Philosophie des Taekwondo getestet.

Mit Erfolg. Beyer meisterte die Prüfung und erreichte damit den 4. Dan-Rang im Taekwondo. Dazu erklärt Borja in einer Pressemitteilung, dass Träger des schwarzen Gürtels vom 1. bis 3. Dan-Grad Assistenztrainer seien, Beyer ist nun selbst vollständiger Trainer.

Borja verrät weiterhin, dass es schon Pläne für den Einsatz seines Schützlings als Trainer gebe. Er wird in naher Zukunft das Training des TSV Grebendorf unterstützend begleiten.

Gürtel verleihen

Sollte er eine eigene Gruppe führen, dürfe Beyer seine Schüler zukünftig bis zum Gürtel des zweiten Ranges prüfen und Gürtel verleihen. Zudem sei zu erwarten, dass der Student aus Jena Teil eines Komitees für Schwarzgurtprüfungen bis zum 3. Grad sein wird.

Wer selbst Interesse am Taekwondo hat und beim TSV Grebendorf vorbeischauen möchte, erreicht Meister Robert Borja per E-Mail unter ponixpres@yahoo.com. (Kevin Hildebrand)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.