Triathlon

Mehr als 100 Starter beim Volks-Triathlon in Gershausen

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400 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen – das waren die Distanzen des 8. Volkstriathlons des 1. FC Gershausen. Diesen beliebten Wettbewerb hält der Veranstalter seit 2011 am Leben. Fotos: Eyert/Ar

Gershausen. Die Autos kommen aus dem Lahn-Dill-Kreis, der Wetterau, dem Vogelsberg, aus Fulda, sogar aus Baden-Württemberg sind die Ausdauersportler angereist. Ins idyllisch gelegene Gershausen. Hier bietet der 1. FC Sport auf dem Dorf. Echten Sport. Der nach Schweiß, Ehrlichkeit und freudiger Erwartung riecht. Nicht von Kommerz begleitet ist, aus dessen Nische man heutzutage kaum noch herauskommt. Es ist Zeit für den 8. Gershäuser Volkstriathlon.

Die Anlage, auf der der Gastgeber zum Wettkampf einlädt, ist klein, schafft aber sofort ein Vertrautsein. Auf der benachbarten Wiese verkrümeln sich Schafe im Schatten, bei mehr als 30° drückender Schwüle. Die Veranstaltung hat sich, seitdem sie 2011 existiert, einen ansprechenden Namen erworben. Sie ist Treffpunkt von puren Freizeitsportlern auf der einen und ambitionierteren Wettkämpfern, wie sie die Triathlon-Abteilung des SC Neukirchen mitbringt, auf der anderen Seite. Kein Wunder, dass es nicht lange dauert, bis man der „Reiloser Fraktion“ begegnet.

„Heute wird’s schwer“

Im vergangenen Jahr hatten sie hier den Teamwettbewerb gewonnen, das Trio Christian Stiebing, Marco Schneider und Lars Hildebrand. „Heute wird’s schwer“, unkt Marco, „die Neukirchener haben starke Sportler am Start“. Man spürt: Herz haben die Reiloser mitgebracht – Christian ist zum vierten Mal, Lars zum sechsten Mal, und Marco zum siebten Mal dabei.

Nicht nur die erste Station, das Schwimmen, das um 14 Uhr im Gershäuser See beginnt, vermittelt das Gefühl: Es herrscht Atmosphäre zum Anfassen. Sportlich denkt man: So einen knuffligen See müsste man zum Trainieren haben. Häuser liegen unmittelbar am See, oder sie ragen in das schmucke Gewässer hinein. Es ist quasi wie ein Besuch in Klein-Venedig. Einheimische bekunden Identifikation mit dem Wettbewerb: „1. Gershäuser Triathlon 2011“, lautet der Schriftzug auf ihren Shirts.

Nähe und Bezug zum „Mini-Iron Man“ werden größer, als wir Andreas Stöcklein entdecken. Er ist Gershäuser, jahrelang trainierte er die Fußballer, hat sich aber seit einigen Jahren dem Triathlon verschrieben. Am vergangenen Sonntag noch startete er über die Halbdistanz in Hannover, jetzt zeigt er Treue und Verbundenheit mit Gershausen. „Ich bin kaputt. Aber irgendwie wird’s schon gehen.“

Die Anfeuerung hilft

Als er später aus dem Wasser steigt, muntert ihn sein Vereisnkollege Stefan Dädelow auf. „Du hast es geschafft. Weiter geht’s, Andreas.“ Während Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch traditionell den Startschuss für die einzelnen Schwimmgruppen gibt und um 15.06 Uhr der letzte Starter aus dem See steigt, geht hier alles, auch was die Organisation betrifft, Hand in Hand. Die Übergänge sind fließend.

Marco Schneider ärgert sich, dass ihm die Kette runtergefallen ist während des Radfahrens und er sein Gefährt den Berg hochschieben musste, Lars Hildebrand läuft um 15.24 Uhr über die Ziellinie, Sekunden später folgt ihm Ex-Fußballer Steffen Seegebarth.

Einer ragt aus dem Teilnehmerfeld heraus: Christian Jung vom SC Neukirchen. Aus Ibra stammt er, gleich hier um die Ecke. Mit „Lanzarote, Hawaii und jetzt Gershausen“ wird er bei seiner Zielankunft begrüßt. „Es gibt halt welche, die sind besser“, sagt Christian Stiebing noch, und sein Kollege Lars Hildebrand ergänzt: „Heute kriegen wir die Urkunde ein bisschen früher.“

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