1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

14-jährige Mia Langer vom KV Sontra räumt ab und wird Deutsche Meisterin

Erstellt:

Von: Marvin Heinz

Kommentare

Die Deutsche Meisterin Mia Langer hier gemeinsam mit Jugendleiter Gerhard Mutter.
Die Deutsche Meisterin Mia Langer hier gemeinsam mit Jugendleiter Gerhard Mutter. © Marvin Heinz

Eine überaus erfolgreiche Deutsche Meisterschaft haben die jugendlichen Kegler des KV Sontra hinter sich gebracht. Allen voran Mia Langer (14) trumpfte groß auf.

Sontra/Langenfeld – Nach dem Empfang im Sontraer Kegelcenter nahm die Deutsche Meisterin Mia Langer vom KV Sontra prompt die Kegelkugel in die Hand und machte weitere Würfe auf der Bahn an der Jahnstraße.

Immer fokussiert und mit hoher Konzentration brachte die 14-Jährige die Kugeln auf die Kunststoffbahn. Sie weiß, wie es geht. Traumwandlerisch sicher sind ihre Würfe.

Ihr Trainer Gerhard Mutter schwärmt und spricht von einer hohen Konstanz. Man könne sie nachts wecken und ihr Würfe wurden viele Hölzer garantieren, sagte er. Seit dem sechsten Lebensjahr kegelt sie. Ihr Vater Markus (44) und ihre Mutter Christina (42) haben Mia angesteckt – mit dem Kegel-Virus.

Auch ihr jüngerer Bruder Marlon (10) hat die Kugel schon fest im Griff. Selbst sagt Mia, dass sie kegelt, seitdem sie laufen kann. Eine andere Sportart neben Kegeln und dem Reitsport gibt es für sie nicht.

Mia Langer: „Ich lebe für den Sport“

„Ich lebe für den Sport, kann mir nichts Schöneres vorstellen und will immer besser werden“, sagt sie mit viel Selbstbewusstsein. Nach ihren Erfolgen bei den Bezirks- und Hessischen Meisterschaften hatte Mia mittlerweile schon vor den nationalen Spielen Probleme sechs Medaillen um den Hals zu bekommen. Mit den nun hinzugekommenen Medaillen der Deutschen Meisterschaft wird es nun noch etwas schwerer.

In der Einzelkonkurrenz der unter 14-jährigen Mädchen erwischte Langer einen guten Vorlauf. Auf den etwas einfacher zu spielenden Bahnen fünf bis acht in Langenfeld (Nordrhein-Westfalen, Landkreis Mettmann) wurde die Adam-von-Trott-Schülerin Zweite – 694 Holz.

Unter Berücksichtigung der 1850 Gramm schweren, aber kleineren Kugel, die nur einen Durchmesser von 14 Zentimetern hat, lieferte die Siebtklässlerin laut ihrem Vater Markus ein gutes Ergebnis ab.

„Sie hat nicht viel falsch gemacht“, sagte er. Richtig spannend wurde es im Finale. Langer erwischte keinen optimalen Start. „Ich war mal Dritte, dann Zweite“, erinnert sie sich. Es entwickelte sich nach 60 Würfen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konkurrenz aus Westfalen.

Langer geht mit ungewöhnlichen Würfen in Führung

Erfolgreich im Team: (von links) Mia Langer Lilly Greifenberger, Joelina Seum und Anisha Steinwitz.
Erfolgreich im Team: (von links) Mia Langer Lilly Greifenberger, Joelina Seum und Anisha Steinwitz. © Marvin Heinz

„Sie ging auf ihrer dritten Bahn dann mit sehr außergewöhnlichen Würfen in Führung“, berichtete Jugendleiter Gerhard Mutter, die laut ihm so kurios waren, dass man sie kaum beschreiben könne: „Als sie beim Räumen den rechts außenstehenden Kegel räumte, traf sie den Kegel so, sodass der links am Rand stehende Kegel mit abgeräumt wurde. Das waren Wahnsinnswürfe und brachten Mia vor allem ein psychologisches Plus ein.“

Und der Jubel bei den Vereinsmitgliedern war riesig. Sie fieberten per Livestream in den heimischen vier Wänden oder auf der Kegelanlage mit ihrer Nachwuchshoffnung mit. Als Mia mit dem letzten Wurf sechs Holz räumte, stand ihr Titelgewinn fest.

Um 10:44 Uhr drehte sie sich, hob kurz die Arme, ging zwei Schritte zurück und lief ihrem Jugendleiter Gerhard Mutter in die Arme. Es war vollbracht. 657 Holz. Deutsche Meisterin. „Ich habe Blut und Wasser geschwitzt“, sagte Mutter, während Mia von einem „wahrgewordenen Traum“ berichtete. So viel Hände wie nach dem Titelgewinn habe sie noch nie geschüttelt, ehe sie bei der Siegerehrung mit vielen Schlachtrufen frenetisch gefeiert wurde.

Mia Langer auch im Team erfolgreich

Zuvor nahm sie bereits dreimal Platz auf dem Podium. Mit der aus Sontra kommenden Anisha Steinmetz (13) wurde sie mit 421 Holz deutsche Vizemeisterin im Paarkampf, mit Felix Möller (14, Sontra) sichert sie sich den gleichen Titel im Mixed der unter 14-jährigen Jugendlichen.

494 Holz konnte sie verbuchen, während Langer in der Mannschaft sich ebenfalls die Auszeichnung Deutsche Meisterin sicherte. Im Gespann mit Joelina Seum (12, Sontra), Anisha Steinwitz, Lina Prinz (Herfa) und Celia Wiegandt (Heuchelheim) sprang sie mit 2114 Holz auf das oberste Podest.

Präsentieren stolz ihre Pokale: Finn Möller (links) und Timm Gerlach.
Präsentieren stolz ihre Pokale: Finn Möller (links) und Timm Gerlach. © Marvin Heinz

Macht also insgesamt unglaubliche zehn Medaillen für Langer in letzter Zeit. Die 14-Jährige dürfte mit dieser riesigen Leistung heiße Kandidatin auf den Titel „Sportlerin des Jahres“ im Werra-Meißner-Kreis sein.

So schnitten die weiteren Athleten des KV Sontra ab

Anisha Steinwitz erreichte mit 510 Holz im Endlauf den fünften Platz in der U14-Konkurrenz. Joelina Seum schied im Vorlauf mit 451 Holz und Rang 14 im Vorlauf aus. Seum musste sich im Paarkampf mit Lilly Greifenberger mit 187 Holz und Platz acht zufriedengeben.

Felix Möller verpasste mit 604 Holz bei den unter 14-jährigen Jugendlichen auf Platz 10 den Endlauf. Im Paarkampf der unter 18-Jährigen spielten Timm Gerlach und Finn Möller groß auf. Nur 19 Holz fehlten für den großen Coup. Platz 3, 560 Holz. Anisha Steinwitz landete mit Marlon Langer mit 296 Holz im U14-Mixed auf dem zehnten Platz.

Jugendleiter Gerhard Mutter gab sich zufrieden: „Es ist immer ein bisschen mehr drin, wenn ein Kegler einen Lauf hat. Keiner hat unter seinen Verhältnissen gespielt. Mit etwas Glück wäre im Paarkampf noch etwas mehr drin gewesen.“ Zweimal Erster, zweimal Zweiter, einmal Dritter – die Kupferstädter haben für einen Medaillenregen gesorgt. Insgesamt konnten den Mitgliedern elf Medaillen beim Empfang am vergangenen Sonntagabend präsentiert werden.

Gerhard Mutter über das Erfolgsrezept des KV Sontra: „Kontinuierliche Jugendarbeit ist wichtig. Die Mädchen und Jungs sollen frei trainieren, sich entwickeln und dazu gehört auch Blödsinn. Beim ernsthaften Training darf der Spaß nie zu kurz kommen.“

(Marvin Heinz)

Auch interessant

Kommentare