Nach Tumulten und Spielabbruch

Sportgericht verurteilt Spieler, Trainer und Verein Türkgücü

Kassel. Nach den Tumulten und dem Spielabbruch der Partie der A-Junioren zwischen der JSG Meineringhausen/Freienhagen und dem SV Türkgücü Kassel in der Fußball-Gruppenliga Ende März hat das Regionalsportgericht unter Vorsitz von Gebhard Neurath nun die Strafen ausgesprochen.

Die Strafen fielen milde aus. Im Einzelnen:

• Spieler Sinan Alkin vom SV Türkgücü erhielt eine Sperre von insgesamt sechs Spielen. Das Regionalsportgericht sah es als erwiesen an, dass Alkin zunächst einem Mitspieler vor die Brust geschlagen, dann den Schiedsrichter bedroht und schließlich ein grob unsportliches Verhalten gegenüber dem gegnerischen Trainer Uwe Maier gezeigt hat. Alkin hatte den Platz nach einer Roten Karte verlassen müssen, er ging dann zu Maier und schubste ihn mit beiden Händen so sehr, dass Maier stürzte.

Wohlwollend berücksichtigte das Gericht, dass Alkin nach Ansicht der Urteilenden nicht gezielt auf Maier losgegangen war, sondern der Trainer eher als Ventil für aufgestaute Emotionen herhalten musste. Letztlich ist Alkins Strafe aber höher als sechs Spiele: Türkgücü suspendierte Alkin, der während der Verhandlung im Clubhaus des BC Sport nicht anwesend war. Und: Es laufen noch Ermittlungen gegen Alkin wegen versuchter Körperverletzung. Trainer Maier, der unverletzt blieb, stellte Strafantrag.

• Türkgücüs Trainer Yasar Elay muss 100 Euro Strafe zahlen, weil er an der Seitenlinie wiederholt massiv protestierte. Er soll unter anderem zu seinen Spielern gerufen haben, dass sie mal dazwischentreten sollen. Beim Strafmaß berücksichtigte das Gericht, dass Elay lange nicht negativ aufgefallen sei.

• Der Verein Türkgücü muss insgesamt 300 Euro zahlen, weil er den Spielabbruch verschuldet hat. Nachdem es in der 60. Minute zu Tumulten auf dem Platz gekommen war, unterbrach Schiedsrichter Felix Kempa die Partie und schickte beide Mannschaften in die Kabine. Obwohl während der Pause auch die von Zuschauern verständigte Polizei anrückte, sollte es nach geraumer Zeit weitergehen. Nun aber sah sich Türkgücü nicht in der Lage, das Spiel fortzusetzen. Begründung: Die Spieler fühlten sich bedroht. Die Verhandlung ergab jedoch, dass dies trotz einer insgesamt aufgeheizten Lage eine Fehleinschätzung war. In der Regel gilt: Nur der Referee darf einen Spielabbruch herbeiführen.

Das Spiel wird nun mit 3:0 und drei Punkten für die JSG gewertet. (hag)

Rubriklistenbild: © dpa

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