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Rahel Heyer ist eine von drei Fußball-Schiedsrichterinnen im Kreis

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Von: Kristina Marth

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Ist gern Schiedsrichterin, obwohl sie auch die Schattenseiten kennt: die 18-jährige Rahel Heyer aus Kathus.
Ist gern Schiedsrichterin, obwohl sie auch die Schattenseiten kennt: die 18-jährige Rahel Heyer aus Kathus. © Kristina Marth

Die Pfeife am Mund, der Blick konzentriert und das Spielgeschehen im Griff: Für Rahel Heyer ist das längst Routine – doch von außen erntet sie nach wie vor den ein oder anderen neugierigen Blick.

Bad Hersfeld – Die 18-Jährige bewegt sich in einer Männerdomäne: Sie ist eine von nur drei Fußball-Schiedsrichterinnen in unserem Kreis.

Für Heyer selbst spielt das keine Rolle, das Geschlecht war für sie beim Fußball nie etwas, das zählt. Schon bei der Schiedsrichterausbildung 2019 sah sie sich mit den Männern auf Augenhöhe: „Man hatte schon ein wenig das Gefühl, dass man als einziges Mädchen eine kleine Sonderbehandlung bekommt, weil natürlich Schiedsrichterinnen gewollt sind“, erklärt sie. Mit den anderen Lehrgangsteilnehmern habe sie sich aber schnell gut verstanden – „und im Endeffekt war es kein großer Unterschied.“

Von klein auf war die 18-Jährige in ihrem Heimatort Kathus oft auf dem Sportplatz, hat dort „mit den Jungs“ und seit 2013 auch im Verein gekickt. Naheliegend, ist ihr Vater doch Vorsitzender des SV Kathus – und er war es auch, durch den sie an die Pfeife geriet. „Aus Spaß meinte er zu mir, dass der Verein Schiedsrichter brauche und ob ich es nicht machen wolle“, berichtet sie. Sie habe sich dann recht schnell dazu entschlossen und inzwischen genießt das Schiedsrichtern sogar vor den eigenen Einsätzen als Spielerin Priorität.

Als Schiedsrichterin habe sie die Chance, auch höherklassig beim Fußball mitzuwirken, als Spielerin – seit diesem Jahr beim SV Unterhaun – sieht sie diese dagegen eher nicht. Durch ihre Mitgliedschaft in einem speziell für Mädchen und Frauen gegründeten Hessen-Förderkader stand sie als Assistentin bereits in der Frauen-Regionalliga an der Linie. „Das macht einfach Spaß“, sagt sie und erzählt: „Man bemüht sich natürlich, dass jedes Spiel möglichst glatt läuft und wenn man hinterher von allen Seiten gelobt wird, gibt einem das schon ein gutes Gefühl.“

Neben den positiven Erlebnissen kann Heyer natürlich auch von Schattenseiten des Schiedsrichterdaseins berichten. „Pubertierende Jungs, die einen nicht so richtig ernst nehmen“, sich stark im Tonfall vergreifende Trainer oder auch respektloses Verhalten wie bespuckt zu werden, kenne sie. „Im Spiel kochen die Emotionen immer hoch, wenn danach wieder alles gut ist, ist das okay. Wenn es hinterher aber weitergeht, kann einen das schon treffen – schließlich bin ich erst 18 und es ist nach wie vor ein Hobby“, sagt sie.

Das Mentale ist in ihren Augen ein wichtiger Aspekt, der am Anfang häufig unterschätzt werde. Insbesondere im Förderkader sei er deshalb auch ein wichtiges Thema: Beim Treffen im Juli referierte beispielsweise eine Psychologin darüber, wie man mit schlechten Spielen umgeht.

Wenngleich also auch negative Erfahrungen mit dem Schiri-Amt verbunden sind, möchte sie weitermachen, so lange es geht. Nach bestandenem Abitur im nächsten Jahr plant sie ein Jahr Work&Travel in den USA und vielleicht in Japan – zurück in Deutschland soll es dann aber weitergehen. Zu hohe Ziele will sie sich dabei nicht setzen, sonst könne man leicht enttäuscht werden, meint sie. Sie wolle, wie es die Zeit zulasse, so hoch wie möglich pfeifen – und verrät dann mit der Junioren-Bundesliga doch noch so etwas wie ein Ziel.
(Kristina Marth)

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