Hersfelderin drängt sich mit 17 Jahren bei Drittligist Fritzlar auf

Hannah Berk: Mit links auf der Überholspur

Volle Konzentration: Hannah Berk fiebert der kommenden Drittliga-Saison mit dem SV Germania Fritzlar entgegen.
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Volle Konzentration: Hannah Berk fiebert der kommenden Drittliga-Saison mit dem SV Germania Fritzlar entgegen.

Dem künftigen Zweitligisten TV Aldekerk schenkte sie im Testspiel ein Dutzend Treffer ein. In ihrem ersten Drittliga-Spiel verwandelte sie eiskalt einen Siebenmeter und ist somit die jüngste Torschützin in der Vereinsgeschichte der Frauen des SV Germania Fritzlar.

Fritzlar - Mit ihrer enormen Geschwindigkeit und Sprungkraft kann sie jederzeit den Unterschied ausmachen. Kurzum: Hannah Berk schickt sich an, mit gerade einmal 17 Jahren ein Gesicht der neuen Mannschaft des heimischen Handball-Drittligisten zu werden.

„Ich freue mich, sie zu trainieren. Hannah bringt ein großes Spielverständnis mit, ist im Gegenstoß pfeilschnell und geschickt in der Abwehr“, lobt SVG-Coach Lucky Cojocar die Linkshänderin, die keine Einheit verpasst. Das ist bemerkenswert, denn für jedes Training muss Berk 90 Minuten extra einplanen, weil sie in Neuenstein nahe Bad Hersfeld lebt. Da sind Mama Kerstin und Papa Frank als Chauffeure bzw. Begleitpersonen gefragt.

„Die Rahmenbedingungen sind für mich in Fritzlar bestens. Hier kann ich mich persönlich und spielerisch am besten entwickeln“, betont die Rechtsaußen, die ebenso im rechten Rückraum wirbelt. Denn auch, wenn sie weiterhin das Ziel hat, sich in der Bundesliga zu beweisen, will sie unbedingt 2022 ihr Abitur schaffen, ehe sie weitere Entscheidungen trifft. Daher sagte sie in den vergangenen Jahren anderen Vereinen ab, die sie nur allzu gern im Internat fördern oder in der Jugend-Bundesliga aufbauen wollten.

Geduld ist nun allerdings das Zauberwort, seitdem sie sich Ende 2019 für einen Wechsel zur Germania – zunächst mit Erwachsenenspielrecht, inzwischen fix – entschied. Ihr letztes Jugendspiel für ihren Heimatverein TV Hersfeld endete nämlich nach nur 20 Sekunden. Nach einem bitterbösen Foul mit einer Gehirnerschütterung, die einige Wochen Pause zur Folge hatten.

Am 23. Februar 2020 war es dann soweit. Gut zwei Monate nach ihrem 16. Geburtstag ließ Cojocar sie einen wichtigen Siebenmeter beim Stand von 16:14 in Halle werfen – Berk traf. „Da war ich schon nervös. In der Jugend hatten wir nämlich zwei, drei andere Spielerinnen, die für Siebenmeter zuständig waren“, blickt sie schmunzelnd auf ihre Premiere zurück. Der nur noch zwei weitere Partien mit drei Berk-Treffern und zwei SVG-Siegen folgen konnten, ehe die Pandemie-Pause kam.

Die gesamte Saison 2020/21 hatte die Germania nur einen Einsatz. Das 26:15 in Lumdatal, bei dem die 1,68 m große Linkshänderin mit sechs Treffern glänzte. Nun geht die Dauer-Torschützenkönigin sämtlicher Jugend-Klassen in der Vorbereitung voran. Unterstreicht, dass sie dank ihrem Geschick zu stören ihrem Team in der 5:1-Deckung helfen kann. Möchte sich noch mehr im Eins-gegen-Eins in Szene setzen. So wie es auf höchster Ebene ihr Vorbild Stine Bredal Oftedal tut, die Welthandballerin von 2019 aus Norwegen.

Umgekehrt baut Hannah Berk demnächst auf Unterstützung ihrer Mitspielerinnen. Denn von der Stadt hat sie bislang nur die frisch renovierte Halle gesehen. „Ich würde mir gerne mal Fritzlar zeigen lassen. Schließlich will ich mit der Mannschaft noch einiges reißen.“

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