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Nürburgring: Lenerz mit Vollgas durch die Grüne Hölle

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Von: Kristina Marth

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Mehr als 130 Fahrzeuge und insgesamt 230 000 Besucher: Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war am Wochenende wieder eine Rennveranstaltung der Superlative. Mit dabei: Marcel Lenerz im BMW M4 GT4.
Mehr als 130 Fahrzeuge und insgesamt 230 000 Besucher: Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war am Wochenende wieder eine Rennveranstaltung der Superlative. Mit dabei: Marcel Lenerz im BMW M4 GT4. © Gruppe C Photography

Rund 25 Kilometer Streckenlänge, mehr als 130 Fahrzeuge und nach offiziellen Angaben 230 000 Besucher: Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war am Wochenende wieder einer der Höhepunkte der deutschen Rennsportszene.

Ludwigsau/Nürburgring – Wie schon im Vorjahr am Start: Marcel Lenerz aus Ludwigsau – und zwar nicht nur mittendrin, sondern ganz weit vorn mit dabei. Bei der Jubiläumsauflage des legendären Rennens, das in diesem Jahr zum 50. Mal ausgetragen wurde, saß der 24-Jährige nicht wie in der regulären GT4-Saison im Toyota, sondern nahm – passend zum 50. Geburtstag der BMW-Tochter BMW M – im Cockpit eines BMW M4 GT4 Platz. Sein Team: FK Performance Motorsport – ein Rennstall, der seinen Sitz in Bremen hat.

Der Kontakt habe bereits länger bestanden, erzählt Lenerz, schon in den vergangenen Jahren habe FK Performance angefragt. „Jetzt meinten sie, dass sie noch einen schnellen Fahrer, um um den Sieg mitzufahren, bräuchten. Und da sind wir uns in diesem Jahr einig geworden“, berichtet er.

Eines der Argumente, das ihn letztlich überzeugte, seien die drei anderen Fahrer gewesen, mit denen er sich das Cockpit in der „Grünen Hölle“, so der Spitzname der anspruchsvollen Nürbrugring-Nordschleife, teilte: „Als ich gehört habe, wer startet, wusste ich, dass sich mit dieser Truppe etwas erreichen lässt.“ Mit dieser Einschätzung sollte er Recht behalten: In seiner Wertungsklasse belegte das Team am Ende den Spitzenplatz, im Gesamtklassement kam es auf einen überragenden 19. Platz.

„Mit einem GT4-Auto ist das der Wahnsinn, normalerweise hätten 50 Fahrzeuge vor uns liegen können oder auch müssen“, sagt Lenerz. „Am Ende waren wir sogar der beste BMW im ganzen Feld. Es war ein super Wochenende und hat großen Spaß gemacht.“

In einem Rennen, in dem es immer wieder zu Unfällen und Ausfällen kam, wurde auch das Wetter zeitweise zur Herausforderung. Der Ludwigsauer und seine Teamkameraden ließen sich davon jedoch nicht beirren. Von Position drei ihrer Wertungsklasse gestartet, verlief der Rennstart für sie recht gut. Mit seiner langjährigen Nordschleifen-Erfahrung zog Michael Schrey recht schnell am ersten direkten Konkurrenten vorbei und auch die anderen Fahrer, GT Masters-Pilot Ben Green sowie der Franzose Thomas Neubauer, präsentierten sich hinterm Steuer souverän.

Marcel Lenerz aus Ludwigsau
Marcel Lenerz aus Ludwigsau © Gruppe C Photography

Zu einer Schrecksekunde kam es kurz nach Mitternacht, als es zu nieseln begann und Schrey mit dem Rad leicht aneckte. Der Schaden ließ sich in der Box jedoch schnell beheben. „In weniger als zehn Minuten waren wir wieder auf der Strecke“, erzählt Lenerz. Begünstigt von technischen Problemen des bis dahin Wertungsklassenführenden, zogen sie bald an diesem vorbei. „Im restlichen Verlauf waren wir quasi die Gejagten. Aber wir sind das Rennen sauber durchgefahren.“

In den letzten drei Stunden sei es dann noch einmal schwierig geworden, als abschnittsweise starker Regen einsetzte. Lenerz erklärt: „Es betraf nur etwa 50 Prozent der Strecke, sodass es dann auch ein bisschen zum Reifenpoker wurde.“ Beim mehrmaligen Reifenwechsel traf sein Team die richtige Wahl: „Weil ich auf der Nordschleife Erfahrung habe, bin dann zunächst ich gefahren. Es war tricky, manche Stellen waren sehr rutschig, aber es hat alles gut funktioniert.“

Nach 24:08 Stunden und 144 Runden rollte der BMW des Teams FK Performance als 19. Auto über die Ziellinie – der Jubel bei allen Beteiligten kannte am Sonntagnachmittag keine Grenzen.

Von Kristina Marth

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